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Maxim Kowalew (l.) und seine Don Kosaken in der evangelischen Kirche Lollar.

Erstaunlich stimmgewaltig

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Lollar (vh). Ende Oktober ziehen sie wieder quer über bzw. durch Europa: Die Kraniche und die Don Kosaken. Beiden gemeinsam ist ihr gewaltiges Stimmvolumen. Die Trompetenrufe der Altvögel reichen bis zu zwei Kilometer. Derart mächtig geht es bei den Sängern nicht zu, dafür ungleich musikalischer. Auf ihrer Europatournee brauchen die Maxim Kowalew Don Kosaken jedenfalls keine Lautsprecheranlage. Ohne Notenblatt singen russische Männerchöre sowieso und die sieben Herren in Schwarz, denen die Zuhörer in der evangelischen Kirche Lollar lauschten, waren erstaunlicherweise allesamt nicht vom körperlichen Format eines Ivan Rebroff. Woher also die recht lauten Töne kamen, mag halt Teil der russischen Seele sein und bleiben. Solche Fragen sind für den Liebhaber russisch-orthodoxer Kirchengesänge sowie Volksweisen und Balladen eher Nebensache.

Geistliches und Beschwingtes

Die Lieder, besonders die geistlichen Stücke im ersten Konzertteil, waren meist Klassiker, die man ohnehin kennt: etwa "Suliko", "Abendglocken", "Ave Maria" und "Ich bete an die Macht der Liebe". Nach der Pause ging es mit Knopfakkordeon deutlich beschwingter zur Sache. Die Lockerheit gefiel. "Stenka Rasin", "Eintönig klingt das Glöcklein" oder "Kalinka" sind bekannte Titel, andere gesellten sich hinzu.

Maxim Kowalew stammt aus einer musikalischen Familie. Er studierte Gesang, hatte Opernengagements, Auftritte in Westeuropa, den USA und Israel. Schließlich sang er im Ural Kosaken Chor und Wolga Kosaken Chor. Sein großes Vorbild war stets der unvergessene Sergej Jaroff. In den 90er Jahren fand er sein eigenes Ensemble, mit dem er in Westeuropa und Skandinavien auftritt.

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