Erleichterung beim Mieterverein

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Lollar(pm). Der Bosch-Konzern hat, wie berichtet, die 1000 ehemaligen Werkswohnungen der Buderus Immobilien GmbH in Mittelhessen, davon 634 in Wetzlar und 204 in Lollar, an die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/ Wohnstadt (NHW) verkauft. Bei den Mietervereinen in Wetzlar und Gießen zeigt man sich über diesen Schritt erleichtert. "Wir werden nun genau darauf achten, dass die NHW ihre Zusagen einhält", sagt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers. "Dem Unternehmen haben wir das Angebot unterbreitet, eine gemeinsame Mieterversammlung zu organisieren und im weiteren Kontakt zu bleiben."

Die NHW ist ein landeseigenes Wohnungsunternehmen mit 60 000, perspektivisch 75 000 Wohnungen. Eigentümer sind das Land Hessen, die Stadt Frankfurt und andere Kommunen. In einer Selbstverpflichtungserklärung bekennt man sich zu dem Ziel der Schaffung und Erhaltung bezahlbaren Wohnraums. Konkret gibt es Festlegungen und Zusicherungen zu den Problembereichen Mieterhöhungen (in den nächsten fünf Jahren maximal ein Prozent pro Jahr), Modernisierungen und Wohnungsverkäufe.

"Für die Mieter wird sich nichts ändern", versichert Jürgen Bluhm von der Geschäftsleitung der Wohnungsgesellschaft. Die Mieten würden infolge des Kaufs nicht steigen: "Wenn wir später bei Bedarf in die Modernisierung von Wohnungen investieren, ist eine Anhebung der Mieten möglich - aber in einem Rahmen, der bezahlbar bleibt".

In einem Gespräch der Vertreter des Aktionsbündnisses aus DGB, Mietervereinen und anderen Gruppen mit Vertretern der NHW seien die Befürchtungen der Mieter angesprochen und noch einmal von Seiten des neuen Eigentümers darauf hingewiesen worden, dass es für die Mieter keinen Anlass zu Besorgnis gebe. Die NHW werde sich beim Umgang mit dem neuen Wohnungsbestand verantwortungsvoll verhalten. Das Aktionsbündnis hatte im Vorfeld der Verkaufsentscheidung eine Sozialcharta im Kaufvertrag gefordert, die beispielsweise garantieren sollte, dass langjährige Mieter lebenslanges Wohnrecht bekämen oder die Miete maximal um ein Prozent im Jahr angehoben werden dürfe. Der Bosch-Konzern hatte sich allerdings gegen eine derartige Klausel entschieden und erklärt, man habe beim Verkauf der Wohnungen auf soziale Kriterien geachtet.

"Wir werden nun genau darauf achten, dass die NHW ihre Zusagen einhält", sagt Kaisers. "Dem Unternehmen haben wir das Angebot unterbreitet, eine gemeinsame Mieterversammlung zu organisieren und im weiteren Kontakt zu bleiben.

Perspektivisch plant das Bündnis, sich nicht aufzulösen, sondern die Wohnraumproblematik in Mittelhessen auch weiterhin zu beobachten und öffentlich zu thematisieren.

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