Erinnerung an Synagoge

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Lollar (vh). Am Abzweig Löwengasse in der Gießener Straße 23 stand bis 1938 die Synagoge der jüdischen Gemeinde. Während der Reichspogromnacht zerstörten SA- und HJ-Mitglieder die Inneneinrichtung, wenig später wurde das Gebäude abgerissen. Die Grünen im Lollarer Stadtparlament beantragten nun, dass am ehemaligen Standort eine Gedenkplakette angebracht werden sollte. Der Beschluss dazu fiel einstimmig aus, zunächst wird man aber im Sozialausschuss den genauen Wortlaut festlegen.

Heidi Alt (Grüne) erläuterte, eine Gedenkplakette diene in der heutigen Zeit als Mahnung gegen Rassismus und Fremdenhass. Dr. Jens-Christian Kraft (CDU) nannte die aktuelle Umfrage des Jüdischen Weltkongresses; demnach nähmen die Vorurteile gegenüber Juden in Deutschland wieder zu. Er schlug vor, bezüglich der Geschichte der Synagoge den Heimatforscher Volker Hess (Daubringen) ins Spiel zu bringen. Alt: "Das haben wir schon gemacht." Markus Wojahn (CDU) stellte fest: "Es geht hier um Antisemitismus." Man solle diesen Begriff in Bezug auf die Juden im Dritten Reich nicht vermischen mit einer Liste von heute üblichen Definitionen.

Cornelia Maykemper (FDP) warb für insgesamt mehr Mittel für die Vorbeugung. Sie nannte als Beispiele die Anne-Frank-Stiftung oder mobile Lernlabore. Sie erinnerte auch an das fruchtbare Zusammenwirken mit Schülern der Clemens-Brentano-Europaschule anlässlich der Verlegung von "Stolpersteinen".

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