Dorfladen

Einkaufsfreie Zone in Ruttershausen ist passé

  • vonVolker Heller
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Großer Andrang herrschte bei der Eröffnung des Dorfladens in Ruttershausen. Damit hat die Nahversorgung wieder Einzug erhalten. Es gibt sogar einen Lieferservice mit dem Rad.

Die Zeit der einkaufsfreien Zone in Ruttershausen ist vorbei. Endlich gibt es wieder ein Geschäft mit Artikeln für den täglichen Bedarf. Der schmucke Dorfladen an der Ecke Mittelgasse/Untergasse wurde Samstagnachmittag eingeweiht. Zwar regnete es Bindfäden, trotzdem kamen etliche Bürger vorbei. Nicht wenige erledigten erste Einkäufe. Morgens früh hatte der Dorfladen geöffnet, dazu eine Tombola und einen Malwettbewerb für Kinder angeboten.

Nachmittags stimmte der Gesangverein Ruttershausen (Leitung: Anselm Richter) mit schönen Liedbeiträgen auf die Grußworte ein. Milos Vaner, Geschäftsführer des Vereins Hofgemeinschaft für heilende Arbeit, hielt Rückschau. Die Vision, dass betreute Menschen vom Hofgut Friedelhausen in einem Dorfladen erstmals außerhalb ihres Lebensumfelds Arbeit fänden, habe er mit Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek besprochen. Sein Rat lautete, in Ruttershausen, Odenhausen und Salzböden den Bedarf zu erfragen. Schwere Einkäufe werden geliefert

Vaner dankte Architekt Karlheinz Geißler und Charlotte Bairstow von der Unteren Denkmalschutzbehörde (Gießen). Er hofft, es mögen viele Leute zum Einkauf kommen damit der Dorfladen seine Bewährungsprobe besteht. Das Warenangebot liefern Friedelhausen, die Metzgerei Krämer und die Bäckerei Dickel sowie der auf Dorfläden spezialisierte Großhandel Gutkauf. Angebotswünsche kann man in das ausliegende Buch eintragen. Schwergewichtige Einkäufe liefern Mitarbeiter bei Bedarf mit dem Elektrofahrrad.

Landrätin Anita Schneider äußerte den Wunsch, der Dorfladen möge bald eine angesehene Institution sein, wo regionale Produkte verkauft und das soziale Miteinander gelebt würden. Laut Wieczorek habe das Thema Nahversorgung/Dorfladen zu Beginn der Dorferneuerung Rutterhausen im Jahr 2006 auf dem Wunschzettel gestanden. Wieczorek: »Damals wurde uns abgeraten«. Der Ladenbesuch möge immer ähnlich stark wie am Eröffnungstag sein, wünschte er den Betreibern.

Pfarrer Traugott Stein und Silvia Schulz-Otto (Vorsitzende Kirchenvorstand) übergaben Brot und Salz, die Symbole für Beständigkeit. Ortsvorsteherin Corina Kesselheim gab ihrer Freude Ausdruck. Für Unterhaltung sorgten der Gesangverein, die Friedelhäuser Instrumentalgruppe und das Duo »Die Ungestimmten«.

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