»Einfachere Prozesse«

  • Jonas Wissner
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Lollar (jwr). Kürzlich hatten Vertreter von Betriebsrat und IG Metall bezüglich des geplanten Verkaufs der Gießerei-Sparte bei Bosch beraten, von dem neben Breidenbach und Ludwigshütte auch der Standort Lollar (Robert Bosch Lollar Guss GmbH) mit knapp 300 Mitarbeitern betroffen wäre. Man fordere eine Einbindung der Belegschaft in den Prozess und von einem neuen Eigner eine Standortsicherung bis 2030, hieß es im Anschluss in einem Pressegespräch.

Auf Anfrage äußert sich Bosch nun zu den Forderungen: Obwohl der Prozess »erst am Anfang ist«, sei es dem Unternehmen wichtig gewesen, Mitarbeiter und Arbeitnehmervertreter »frühzeitig zu informieren«, so Christoff Wachendorff, Leiter des Produktbereiches »Brake Components«. Man werde »im Laufe der kommenden Monate sorgfältig prüfen, mit welchem möglichen Partner der Produktbereich eine erfolgsversprechende Zukunftsperspektive erhält und die Belange unserer Mitarbeiter bestmöglich berücksichtigt werden«. Zur Befürchtung der IG Metall, dass der Verkauf bis zum kommenden Jahr stattfinden könnte, bezieht das Unternehmen keine Stellung. Gespräche mit Interessenten hätten jedenfalls noch nicht stattgefunden.

Gespräch mit Bürgermeister

»Die Rahmenbedingungen und Absicherungen für einen möglichen Verkauf des Produktbereiches werden Bestandteil der Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen sein«, heißt es in der Bosch-Antwort weiter. »Im Laufe des gesamten Prozesses werden wir die Arbeitnehmervertreter eng in alle weiteren wesentlichen Schritte einbeziehen und sie regelmäßig über Fortschritte informieren«, versichert Andreas Chiari, Leiter der Lollarer Gießerei.

Zum jetzigen Zeitpunkt könne man keine weiteren Aussagen treffen, sei aber zuversichtlich, »dass wir angemessene und tragfähige Lösungen finden werden«. Man sei »überzeugt, dass wir - herausgelöst aus dem Bosch-Konzern - als ein mittelständisches Unternehmen schnell, flexibel und mit einfacheren Prozessen an der Seite eines neuen Partners unser Geschäft erfolgreich und nachhaltig weiterentwickeln können«, so Chiari.

Außerdem bestätigt Bosch, dass ein »offenes Gespräch« zwischem Chiari und dem Lollarer Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek stattgefunden habe. Auf Antrag der CDU hatten am Tag nach Bekanntwerden der Verkaufspläne vor zwei Wochen die Lollarer Stadtverordneten den Magistrat einstimmig beauftragt, das Gespräch mit Bosch zu suchen.

»Ich habe unsere Position dargestellt: Der Standort muss erhalten bleiben, statt irgendwo anders hinzukommen. Das hat man mir zugesagt«, fasst der Bürgermeister das Gespräch zusammen. Es hat laut Wieczorek bereits einen Tag vor dem Parlamentsbeschluss stattgefunden. Zum Gießerei-Leiter habe er »seit Jahren einen guten, ehrlichen Kontakt«, er vertraue der Zusage. Als Begründung für einen möglichen Verkauf sei angeführt worden, dass die Gießerei nicht in das Aufgaben-Portfolio von Bosch passe.

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