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Thorsten Köhler und Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek (v. l.) übergeben den neuen Bürgerbus in Anwesenheit der Sponsoren voller Stolz seiner Bestimmung.

Einer für alle

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Lollar (dhe). Jetzt gibt es ihn auch in Lollar: den Bürgerbus. Am Mittwoch übergaben Projektleiter Thorsten Köhler und Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek das neue Fahrzeug der Öffentlichkeit. Voller Stolz betrachteten die Beteiligten den Kleinbus, auf dem die Namen der Sponsoren prangen.

Anlass für die Anschaffung war der Wunsch, allen Bürgern gleichermaßen die Teilnahme am öffentlichen Leben zu ermöglichen. Einige Einwohner, die schon älter oder in ihrer Bewegung eingeschränkt sind, beklagten, dass es ihnen schwer falle, mit öffentlichen Verkehrsmitteln ihre Ziele im Stadtgebiet zu erreichen. Manchen Personen ist es nicht einmal möglich, zu Bushaltestelle oder Bahnhof zu gelangen. Besonders im Fokus stehen Bürger, die auf dem Heckenberg und dem Kratzenberg wohnen, da diese Wohngebiete nicht von dem öffentlichen Personennahverkehr angefahren werden. Wieczorek betont allerdings, dass der Bürgerbus keinesfalls eine Konkurrenz für den ÖPNV darstellen soll. Es sei schlicht und einfach eine "sinnvolle Ergänzung".

"Wir denken an die Menschen, die den Bus brauchen", erklärte der Bürgermeister in seiner Ansprache anlässlich der Schlüsselübergabe. Bei den Sponsoren, die das gesamte Projekt erst ermöglichen, bedankte er sich ausdrücklich. Insgesamt 27 Partner hatten sich in kurzer Zeit finden lassen, viele mit Migrationshintergrund und zehn sogar von außerhalb. Der Bürgermeister merkte an, dass diese Unterstützung keinesfalls eine Selbstverständlichkeit sei. Auch Köhler zeigte sich beeindruckt: "Das hier ist ein repräsentatives Beispiel für Integration."

Allgemein sei Lollar eine vorbildliche Gemeinde, was den Zusammenhalt und das Engagement für das Gemeinwohl angehe, so der Projektleiter. Obwohl der Bürgerbus bereits seit drei Jahren im Gespräch war, dauerte die konkrete Planung dann nur sechs Monate. In anderen Orten habe der gesamte Prozess viel länger gedauert und sich die Zusammenarbeit teilweise etwas schwieriger gestaltet, erläuterte Köhler.

In Lollar hingegen sei alles reibungslos verlaufen. Auch Fahrer waren schnell gefunden: 15 Ehrenamtliche wollen den Neunsitzer künftig abwechselnd steuern. Und auch die Organisation und der Ablauf des Fahrplans wird von den engagierten Mitbürgern in Eigenregie gestaltet.

Derzeit wird der Bürgerbus an zwei Tagen in der Woche jeweils zweimal zum Einsatz kommen: dienstags und donnerstags. Feste Haltestellen gibt es noch keine, sind aber im Gespräch. Wer den Bürgerbus in Anspruch nehmen möchte, kann im Bedarfsfall auch von zu Hause abgeholt werden. Das soziale Projekt ist nicht nur Älteren vorbehalten, auch Jugendliche sollen das Gefährt nutzen können. Ein Bus für jedermann, sozusagen. "Ich bin froh und stolz, das hier in Lollar zu haben", verkündete Wieczorek. Der aktuelle Fahrplan kann auf der Homepage der Stadt Lollar (www.lollar.de)sowie im Lollarer Amtsblatt eingesehen werden.

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