Schäfer Manfred Jauernig sorgt dafür, dass die Landschaftspflegevereinigung in Sachen Grünlandnutzung der Kompensationsflächen gut aufgestellt ist. FOTO: VH
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Schäfer Manfred Jauernig sorgt dafür, dass die Landschaftspflegevereinigung in Sachen Grünlandnutzung der Kompensationsflächen gut aufgestellt ist. FOTO: VH

Eine Sorge weniger

  • vonVolker Heller
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Lollar/Gießen(vh). Normalerweise wird auf der jährlichen Mitgliederversammlung der Landespflegeversammlung die Bilanz der vergangenen zwölf Monate gezogen. Doch Corona hat auch hier zu einem Kuriosum geführt. Weil das verschobene Treffen erst jüngst in der Clemens-Brentano-Europaschule in Lollar abgehalten wurde, wurde die Zeitspanne eben kurzerhand auf eineinhalb Jahre ausgedehnt.

Was also ist passiert zwischen April 2019 und September 2020? Sowohl eine entscheidende Personalie als auch inhaltliche Dinge standen im Mittelpunkt. Das Thema Ausgleichsmaßnahmen für Bauprojekte etwa.

Die Grünlandnutzung der Kompensationsflächen, oft sind es Streuobstwiesen, war bisher ein Sorgenkind. Seitdem der Mainzlarer Berufsschäfer Manfred Jauernig und seine Lebensgefährtin Tanja Grzybinski mit ihren Tiroler Bergschafen und Coburger Füchsen im Einsatz sind, ist die Landschaftspflegevereinigung diese Sorge aber offenbar los.

Zech übernimmt von Moser

Von einem "bedeutenden Einschnitt" sprach die Vorsitzende Christiane Schmahl aber in einem anderen Punkt. Denn die langjährige Geschäftsführerin Ingrid Moser übergab am 1. Juli ihr Amt an Fabian Zech. Moser, die nun eigentlich den Ruhestand genießen könnte, bleibt aber als Sachbearbeiterin an Bord. Sie geht den Kommunen bezüglich der Ausgleichsmaßnahmen für Baugebiete zur Hand und berät die Landwirte.

Immerhin war Moser 27 Jahre lang die Steuerfrau, die Landschaftspflegevereinigung nannte sie in Lollar dann auch "mein Kind". Es sei mehr als "nur ein Job" gewesen. Wenn sie heute in der Natur beobachte, was aus den mittlerweile über 90 betreuten Flächen geworden sei. Moser warb auf der Mitgliederversammlung für ihren krankheitsbedingt abwesenden Nachfolger Zech. Er sei jemand, "an den ich gerne abgeben kann".

Erfreulich sei zudem, sagte Moser, dass immer mehr Leute wieder regionales Obst bevorzugten, selbst pflückten statt jenes aus Neuseeland im Supermarkt zu kaufen. Auch Patrick Wiedorn hat diese Tendenz ausgemacht. Alle zu versteigernden Obstbäume seien vergeben, teils für 40 Euro pro Baum, berichtet der Geschäftsstellenmitarbeiter. Als Beispiel, wie man junge Menschen an dieses Thema heranführe, nannte er "die Apfelernte als Event", wie sie unter anderem an der Gallus-Schule in Grünberg praktiziert wird. Jene Schule hat im Brunnental einen eigenen Obstgarten.

Erfolgreich abgeschlossen wurde unterdessen der Umzug der Geschäftsstelle ins alte Pfarrhaus Reiskirchen. Und auch personell wird sich wohl etwas tun, immerhin solle eine neue Fachkraft eingestellt werden.

Zu tun jedenfalls gibt es reichlich. Das Hessische Umweltministerium hat der Landschaftspflegevereinigung Betreuungsaufgaben für sogenannte FFH-Gebiete bis zu einem Auftragsvolumen von 150 000 Euro jährlich übertragen.

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