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Die Erinnerungen an gutes Bier und gute Jahre im Gießener Brauhaus

  • Rüdiger Soßdorf
    VonRüdiger Soßdorf
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Da werden Erinnerungen an Studentenzeiten wach: In den späten 1980er und frühen 1990er Jahren jobbte ich ein paar Sommer lang im Versand des Gießener Brauhauses: Bier in Gaststätten und Supermärkte ausliefern, zudem gut gefüllte Kühlwagen, Zapfanlagen und Theken zu Kirmessen und anderen Dorffesten fahren. Just eine solche Theke findet sich noch auf der Schmelzmühle in der Gastronomie von Familie Jung und verspricht (noch nicht rechtschreibreformierten) »frischen Genuß«.

Eine gute Zeit war’s damals jedenfalls als Beifahrer von Karl Heinz Volk aus dem Wiesecker Weg in Gießen und anderen Kollegen auf dem Brauhaus-Lkw. Wenn es etwa Richtung Fronhausen ging, dann wartete dort in einer Wirtschaft nach dem Abladen ein leckeres Frühstück. Unvergessen auch die Touren nach Bad Wildungen - selbst dort war Gießener Bier vor gut einer Generation willkommen und begehrt. Auf dem Bierlaster habe ich, in Nordhessen geboren und im alten Oberlahnkreis aufgewachsen, den Kreis Gießen und Oberhessen kennen- und schätzengelernt. Die Kneipen. Die Dörfer. Die Menschen.

Mit dem Aus des Brauhauses sind die Werbetafeln sukzessive aus dem Ortsbild verschwunden. Auf dem Vordach an der Ganseburg nahe der B 49 zwischen Gießen und Reiskirchen stand ein überdimensionales Bierglas, das über Jahrzehnte, bis 2015, für’s Gießener Bier warb. Auch dort ist mittlerweile auf »Krombacher« umdekoriert. Zudem sind die Tage des markanten weißen Turms im Norden von Gießen gezählt. Und die Dorffeste sind - schon vor Corona - deutlich weniger geworden. Umso schöner, wenn eine Theke bis heute von vergangenen »genuß«reichen Zeiten kündet. so/Foto: so

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