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Barrierefreier Bahnhof

Bunt und sauber, statt schmutzig und dunkel: Bahnhof Lollar stellt 1. Bauabschnitt fertig

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Zwölf Monate, fünf Millionen Euro, zwei Totalsperrungen, eine "große Herausforderung": Der erste Bauabschnitt am Bahnhof Lollar wurde fertiggestellt, zu Ende ist die Arbeit aber noch nicht.

Was lange währt wird endlich gut. Dieses Sprichwort passe wie kein anderes auf den Bahnhof in Lollar - sagt zumindest Carsten Hoepfner von der DB Station&Service, Bahnhofsmanagement Gießen. Nach ersten Änderungs-Ideen im Jahr 2006 habe das Projekt "Modernisierung und barrierefreier Ausbau" erstmals 2013 richtig Fahrt aufgenommen. Im Juli 2018 schließlich fingen die Arbeiten am ersten Bauabschnitt an - rund ein Jahr später, am gestrigen Donnerstag, wurde die Fertigstellung offiziell gefeiert.

"Es ist ein Freudentag für Lollar", verkündete Bürgermeister Bernd Wieczorek. Lange sei es schmutzig und dunkel in der Unterführung gewesen: "Die Erinnerung jagt einem einen kalten Schauer über den Rücken." Im Gegensatz zum alten Erscheinungsbild ist es jetzt hell und freundlich. Bunte Fliesen zieren die Unterführung, zur Stadt hin ist sie nun offen. Auch die Treppenanlagen, Bahnsteigdächer und Zuwegungen inklusive Beleuchtung wurden erneuert. Fünf Millionen Euro kostete das Projekt bisher. Ein Betrag, der komplett über die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LufV) finanziert werden konnte. Die LufV ist ein Vertrag zwischen dem Bund und der Deutschen Bahn über die Instandhaltung der Bahn-Infrastruktur. Bei den Planungskosten gibt es eine Mischfinanzierung zwischen LufV und Drittmittel.

Wieczorek würdigte besonders das Verständnis und Durchhaltevermögen der Bürger an zwei besonderen Wochenenden, als für jeweils 55 Stunden eine Totalsperrung notwendig wurde. "Das war eine große Herausforderung", stimmt Hoepfner zu, "am Ende haben wir aber alles gut geschafft."

Jetzt stehe der zweite Bauabschnitt ganz im Sinne der Barrierenfreiheit an. 3,6 Millionen Euro wurden dafür veranschlagt. Dabei sollen die Bahnsteige erneuert und barrierefrei gemacht werden, Wetterschutzhäuser und eine Rampenanlage sollen entstehen. Außerdem neue Beleuchtungsanlagen und eine Fahrradabstellanlage. Los geht es am 19. April 2021, Ende 2021 soll auch dieser Abschnitt abgeschlossen werden. Wieczorek ist optimistisch: "Wir freuen uns darauf!"

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