Bündnis lädt Mieter ein

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Lollar (bf/pm). Rund 1000 Werkswohnungen will der Bosch-Konzern in der Region verkaufen, davon etwa 200 in rund 30 Mehrfamilienhäusern in Lollar. Um die Interessen der Mieter zu vertreten, hat sich nun ein regionales Bündnis aus Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB), Mieterbund und SPD gebildet. Dieses Bündnis will die Mieter am kommenden Dienstag, 15. Oktober, über den Stand des Verkaufsprozesses und ihre Rechte informieren. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Bürgerhaus in Lollar. Außerdem hat sich das Dreierbündnis mit einem Brief an die Bosch-Verantwortlichen gewandt. Ihre Forderung: "Die Mietwohnungen müssen bezahlbar bleiben".

Bosch will sich von seinem Wohnungsbauunternehmen trennen. Damit geht der Verkauf der Mehrfamilienhäuser einher. Das Verfahren läuft, laut Unternehmen werden beim Verkauf sozialverträgliche Kriterien zugrunde gelegt und die Mietverträge sollen weiterlaufen. Der Verkaufsprozess soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden.

Das Bündnis fordert nun vom Unternehmen, die Mietbestände in kommunale oder gemeinnützige Hand zu verkaufen und nicht ausschließlich nach Höchstgebot zu agieren. Oberste Priorität ihres Engagements sei die Sicherung des bezahlbaren Wohnraums. "Keinesfalls dürfen die Wohnungen als Rendite- oder Spekulationsobjekte Spielball auf dem Kapitalmarkt werden", schreibt das Bündnis in dem offenen Brief und bezieht sich auf ehemals veräußerte Werkswohnungen, beispielsweise der Firma Hoechst sowie der Post- und Bahnwohnungen, die meistbietend verkauft wurden. Diese verkauften Wohnungen und Häuser seien dann luxussaniert oder an zahlungskräftigere Kundschaft weiterverkauft worden.

"Dies darf mit den rund 1000 Wohnungen in Wetzlar und Umgebung nicht passieren", lautet eine zentrale Forderung des Bündnisses. Es appelliert nicht nur an die soziale Verantwortung, die Bosch gegenüber langjährigen Mietern sowie in Anbetracht der Größenordnung der Mietbestände und dem Einfluss auf den Wohnungsmarkt trage, sondern beruft sich auch auf das Vermächtnis des Firmengründers Robert Bosch: "Wir handeln wirtschaftlich und verantwortungsvoll zum Wohl von Gesellschaft und Umwelt."

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