204 Wohnungen in Lollar, wie zum Beispiel in der Friedrich-Ebert-Straße, wechseln nun den Besitzer. ARCHIVFOTO: TB
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204 Wohnungen in Lollar, wie zum Beispiel in der Friedrich-Ebert-Straße, wechseln nun den Besitzer. ARCHIVFOTO: TB

30 Mehrfamilienhäuser wechseln den Besitzer

Buderus-Wohnungen in Lollar verkauft

  • vonStefan Schaal
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Der Käufer für die 204 ehemaligen Werkswohnungen der Buderus Immobilen GmbH in Lollar ist gefunden.

Der Bosch-Konzern hat die 204 ehemaligen Werkswohnungen der Buderus Immobilien GmbH in Lollar verkauft. Die Nassauische Heimstätte erwirbt die gut 30 Mehrfamilienhäuser, die rund um das Werk in Lollar liegen. "Für die Mieter wird sich nichts ändern", versichert Jürgen Bluhm von der Geschäftsleitung der Wohnungsgesellschaft, die zu 59 Prozent dem Land Hessen gehört.

Die Mieten werden infolge des Kaufs nicht steigen, betont Bluhm. "Wenn wir später bei Bedarf in die Modernisierung von Wohnungen investieren, ist eine Anhebung der Mieten möglich - aber in einem Rahmen, der bezahlbar bleibt." Die Wohngebäude seien in einem gepflegten und soliden Zustand.

Die Nettokaltmiete bei der Nassauischen Heimstätte - die größte Wohnungsgesellschaft des Landes - variiere durchschnittlich zwischen 5,12 und 6,67 Euro pro Quadratmeter. "Dabei wird es bleiben", sagt Bluhm. Die bestehenden Mietverträge bleiben unberührt, betonte er weiter.

Unter den Mietern dürfte die Nachricht für Erleichterung sorgen. Als im Juli dieses Jahres bekannt wurde, dass die 204 Wohnungen zum Verkauf stehen, hatten viele befürchtet, dass ein Immobilienhai zuschlagen könnte. Ein Aktionsbündnis aus DGB, Mieterverein und SPD hatte sich vor diesem Hintergrund gegründet. Vertreter des Bündnisses hatten eine Sozialcharte im Kaufvertrag gefordert, die beispielsweise garantieren sollte, dass langjährige Mieter lebenslanges Wohnrecht bekämen oder die Miete maximal um ein Prozent im Jahr angehoben werden dürfe. Der Bosch-Konzern hat sich allerdings gegen eine derartige Klausel entschieden. Man habe beim Verkauf der Wohnungen auf soziale Kriterien geachtet, sagte Dr. Thomas Volz, Geschäftsführer der Bosch Thermotechnik GmbH. Außerdem gehen die Wohnungen nun an eine Gesellschaft, "die man kennt."

Zufrieden äußerte sich Lollars Erster Stadtrat Bernd Maroldt Der Zuschlag für das soziale Wohnungsbauunternehmen sei "eine sehr gute Lösung", sagte er. Die Angst, eine Heuschrecke übernehme die Wohnungen, sei abgewendet.

Über die Kaufsumme wurde Stillschweigen vereinbart. Während der Verhandlungen war von einer dreistelligen Millionensumme für insgesamt 1000 Wohnungen in Lollar und in Wetzlar, acht Gewerbeeinheiten und 35 unbebaute Grundstücke die Rede. Der Stahlkonzern Buderus hatte die Mietshäuser in den 50er und 60er Jahren für seine Arbeiter gebaut, besonders um Gastarbeitern bezahlbaren Wohnraum in der Region zu bieten. Heute sind viele der Bewohner Buderus-Pensionäre.

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