Billiger bauen durch vereinfachtes Verfahren

  • vonVolker Heller
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Lollar(vh). 2017 wurde wegen des Zustroms von Flüchtlingen im hessischen Baugesetzbuch ein neuer Paragraf verankert: Der §13b. Dieser ergänzte den bis dahin vorhandenen Paragrafen 13a für das vereinfachte Bauleitverfahren im Innenbereich. Die Gültigkeit des neuen Paragrafen wurde zunächst auf drei Jahre, bis 31. Dezember 2019, beschränkt. Der neue Paragraf wurde geschaffen, um die damalige Wohnungsnot rasch zu lindern. Man denke in Wiesbaden darüber nach, den Paragrafen 13b dauerhaft zu verankern, erläuterte Cathrin Ferber vom Lindener Planungsbüro Fischer jetzt dem Bauausschuss der Stadt Lollar. Allem Anschein nach kommt der "Neue" erstmals im Stadtbereich Lollar zur Geltung. Grundstückseigentümer entlang der Weiherstraße (unterhalb der Kita) hätten ihre Flächen verkaufen wollen für ein Baugebiet (ca. ein Hektar), dies ohne Fremdhilfe nicht leisten können und daher einen Investor beauftragt, so Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek.

Vogelschützer äußern Bedenken

Ferber erläuterte, das Stadtparlament habe dieses Jahr bereits den Grundsatzbeschluss gefasst, entlang der Weiherstraße das Bauen zuzulassen. Nun stehe der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan bevor. Der §13b bewerte Bauflächen, die im Außenbereich liegen ebenso wie jene im Innenbereich eines Ortes. Infrage komme aber ausschließlich die reine Wohnbebauung auf insgesamt höchstens 10 000 Quadratmetern Grundfläche.

Es genüge das vereinfachte Bauleitverfahren (nur eine Offenlage), man benötige keine Umweltprüfung auch keinen naturschutzrechtlichen Ausgleich. Insofern bedeute dies Zeitersparnis und geringere Kosten für Bauwillige, folgerte Ferber. Wie es scheint, gibt es seitens der Vogelschützer erhebliche Bedenken, die ein Vertreter anfangs äußerte. Mitten über das künftige Bauland führe der Höllenbach. Sollte der Bach im Zuge des Bauens verrohrt werden, sei das ein Frevel an der Vogelwelt.

Ferber teilte hierzu die Auskunft der Unteren Wasserbehörde mit. Weil der Höllenbach unterhalb und oberhalb des Baulandes bereits verrohrt sei, könne sich die Behörde grundsätzlich vorstellen, die Verrohrung durchgängig zuzulassen. Die eigentlich überflüssige Umweltprüfung muss daher mit ausschließlichem Bezug auf den Höllenbach durchgeführt werden (Verrohrung oder Verlegung). Der Bauausschuss stimmte dem Aufstellungsbeschluss einstimmig zu.

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