Zehn bis fünfzehn Jahre wird es dauern, 15 Gemeindestraßen zu sanieren. Mitunter wird dabei grundhaft eingegriffen, wie zuletzt in Ruttershausen. FOTO: VH
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Zehn bis fünfzehn Jahre wird es dauern, 15 Gemeindestraßen zu sanieren. Mitunter wird dabei grundhaft eingegriffen, wie zuletzt in Ruttershausen. FOTO: VH

"Es besteht Handlungsbedarf"

  • vonVolker Heller
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Lollar(vh). Sämtliche Straßen im Stadtgebiet von Lollar, mithin rund 43 Kilometer, hat das Ingenieurbüro Zick-Hessler nunmehr digital erfasst. Zur Sitzung des Bauausschusses im großen Saal des Bürgerhauses erläuterte Helge Hessler das über einige Jahre andauernde Projekt "Zustandserfassung der kommunalen Straßen". Sein Fazit: "Es besteht Handlungsbedarf". Den erläuterte der junge Mann im Ausschuss genauer. Die gesamte Bandbreite der Infrastruktur wurde dabei berücksichtigt.

Hierzu zählt als der sichtbare Teil die Straßenoberfläche (Fahrbahn). Sie wird in verschiedene Zustandsklassen eingeteilt. Wie Hessler ausführte, sei jede Verschlechterung um eine weitere Zustandsklasse auch mit höheren Reparaturkosten verbunden. Spätestens ab Klasse vier bestünde dann hoher Handlungsbedarf.

Das Ingenieurbüro hat ebenfalls den Untergrund ins Auge genommen. Weithin bekannt ist die Klassifizierung des baulichen Kanalzustands gemäß der Eigenkontrollverordnung. Für Abwasserkanäle gibt es wiederum Schadensklassen. Klasse 0 verzeichnet bei dieser Einordnung den höchsten Schadensstand, das können Risse im Kanalmantel sein oder eindringende Wurzeln.

Hessler hat zusätzlich den hydraulischen Bauzustand der Kanäle erfasst. Das bedeutet eine Kalkulation, ob der Durchmesser einer irgendwann verlegten Kanalröhre dem Fassungsbedarf heute noch gewachsen ist.

Auf Anfrage von Petra Schubert (Grüne) erklärte der Fachmann, diese Kalkulation müsse natürlich in Übereinstimmung gebracht werden mit dem Leistungsvermögen der Vorfluter und der Kläranlage. Außerdem sei der Kanaldurchmesser eine Kostenfrage.

Jede der erfassten Straßen kann jetzt metergenau gemäß den jeweiligen Kriterien der drei Handlungsfelder betrachtet werden, sodass man eine Dringlichkeitsliste erstellen kann. Dafür sind die politischen Gremien zuständig. Weitere Angaben zur Dringlichkeit einer Straßensanierung, nämlich über den Zustand der Wasserleitungen, steuert der Zweckverband Lollar-Staufenberg bei.

Investitionsbedarf in Kernstadt hoch

Erstaunlich zu erfahren war von Hessler die Aufzählung der Daubringer Straße in Lollar. Seit Jahren schon wissen die heimischen Politiker, dass Handlungsbedarf besteht. Doch die Daubringer Straße ist als eine Kreisstraße (K 29) beim Landkreis bisher auf keiner Prioritätenliste. Hessler sieht allerdings eine "erhöhte Dringlichkeit" für die grundhafte Sanierung, denn Kanal mit Hausanschlüssen und die Wasserleitung seien vom Schadensbild her auszutauschen.

Laut Hessler sei der Investitionsstau besonders hoch in der Kernstadt. Neben der Daubringer Straße sind das die Bernbachstraße, der Holzmühler Weg, die Straße Im Boden, Waldstraße und Blackenstraße. In den Stadtteilen sind das unter anderem die Untergasse (Ruttershausen), Röderstraße (Odenhausen) und Weinstraße (Salzböden). Insgesamt sind 15 Straßen betroffen. Dafür wird ein Investitionszeitraum von zehn bis 15 Jahren kalkuliert.

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