Bestattungsgebühren steigen in Lollar

  • vonVolker Heller
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Lollar(vh). Die Stadt Lollar will ihre Friedhofsgebühren anpassen, da die aktuelle Gebührenordnung aus dem Jahr 2013 stammt. Einige Bestattungsformen werden um fünf Prozent, andere um 15 Prozent erhöht. Für die CDU-Fraktion im Stadtparlament kann diese Neukalkulation allerdings nicht stattfinden, ohne den geplanten Waldfriedhof zu berücksichtigen.

Graf von Schwerin möchte in seinem Privatwald am Hofgut Friedelhausen eine Begräbnisstätte einrichten und betreiben. Die Stadt Lollar müsste laut Gesetz dafür die Trägerschaft übernehmen.

CDU-Fraktions-Vorsitzender Markus Wojahn hatte hierzu eine längere Rede vorbereitet. Er zitierte zunächst die Fakten aus dem städtischen Haushalt 2020 für das Bestattungswesen. Bei Aufwendungen von 270 000 Euro und Erträgen in Höhe von 80 000 Euro betrage die Unterdeckung 190 000 Euro. Die geplante Erhöhung der Gebühren werde den finanziellen Verlust nur geringfügig verkleinern.

Für den Fall, dass mit der Eröffnung des Waldfriedhofs die Anzahl der Beisetzungen auf den kommunalen Lollarer Friedhöfen abnehme, gingen dort Einnahmen verloren, sodass sich die Gebührenschraube wiederum drehen werde. Der vom Betreiber angebotene Verlustausgleich in Höhe von drei Prozent seiner Einnahmen sei unausgewogen, sagte Wojahn. Anderenorts würden bis zu 50 Prozent gezahlt. Das hatte der Finanzausschuss bereits erörtert.

Die CDU blickt über die finanziellen Auswirkungen hinaus. Zunächst solle geprüft werden, ob es alternativ im Stadtwald Lollar eine geeignete Fläche für einen Waldfriedhof gebe.

Außerdem solle geklärt werden, ob die Bodenbeschaffenheit für Urnenbestattungen überhaupt geeignet sei, denn nahe Friedelhausen wird steiniger Boden vermutet. Geklärt werden müsse zudem die Zufahrt für Fahrzeuge. Norman Speier (SPD) mochte diese Argumente nicht zur Seite wischen. Er erklärte aber, es sei noch ein langer Weg, bis ein Waldfriedhof eingerichtet werden könne. Deshalb sehe er keinen Grund dafür, die jetzt anstehende Gebühren- erhöhung zurückzustellen.

Die Stadtverordnetenversammlung stimmte mehrheitlich für die neue Gebührensatzung, die mit der öffentlichen Bekanntgabe sogleich wirksam wird.

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