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Belegschaft will einbezogen werden

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Von: Jonas Wissner

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Lollar (jwr). Die IG Metall und die Betriebsräte der Gießerei-Standorte von Bosch wollen bei einem möglichen Verkauf der Unternehmenssparte ein gewichtiges Wort mitsprechen und haben am Freitag über den weiteren Kurs beraten. Auch die Lollarer Gießerei mit knapp 300 Mitarbeitern wäre von einem Verkauf betroffen, laut IG Metall gibt es insgesamt gut 930 Beschäftigte an drei Standorten.

»Die IG Metall und ihre Beschäftigten werden sich von Bosch nicht irgendwohin verticken lassen, weil es dem Unternehmen in den Kram passt«, sagte Stefan Sachs, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Mittelhessen, bei einem Online-Pressegespräch im Anschluss an die Beratungen in Gladenbach.

Standort sichern

»Alle Dinge aus dem gewerkschaftlichen Werkzeugkasten sind möglich«, man sei sowohl auf »Konfrontation« als auch auf »konstruktive Zusammenarbeit« eingestellt, so Sachs weiter. Zu Gesprächen mit potenziellen Interessenten sei die Gewerkschaft bereit. »Wenn unsere Bedingungen erfüllt werden, können wir auch mit einem neuen Bewerber leben.« Wie diese Bedingungen konkret aussehen, erläuterte Oliver Scheld, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Herborn: »Wir wollen in den Verkaufsprozess einbezogen werden, wollen Mitbestimmung bei der Auswahl.« Aus Sicht der IG Metall sei klar: »Wer es übernehmen will, muss bis 2030 den Standort sichern.« Aktuell gilt für Lollar eine Standort- und Beschäftigungssicherungsvereinbarung bis 2023.

Zur Wahrheit gehöre aber auch: »Wenn das Unternehmen einen Teil verkaufen will, können wir das nicht verhindern«, räumte Scheld ein. Erst 2015 sei ein Standortvertrag für die Lollarer Gießerei geschlossen worden, so der Lollarer Betriebsratsvorsitzende Klaus Fischer. Über mögliche Interessenten für einen Kauf wolle man nicht spekulieren und kenne auch den Zeitplan nicht, sagte Sachs. »Ob es in einem Vierteljahr oder in anderthalb Jahren zum Verkauf kommt - das wissen wir nicht.«

Vor knapp zwei Wochen hatte Bosch über einen möglichen Verkauf der Gießerei-Sparte informiert. Zu anderen Geschäftsfeldern bestünden kaum Synergien, hieß es unter anderem zur Begründung.

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