»Beauftragte« als Bindeglieder

  • vonVolker Heller
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Lollar (vh). Ausführlich beraten hat der Ausschuss für Soziales, Jugend, Kultur und Sport des Lollarer Stadtparlaments am Mittwochabend einen Antrag der Grünen. Es handelte sich um ein noch zu treffende Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadt Lollar und dem Landkreis Gießen im Rahmen der Initiative »Jugendgerechte Städte und Gemeinden und jugendgerechter Landkreis Gießen - Jugendpolitik für die guten Orte von morgen«.

In Kurzform erläuterte Wolfgang Haußmann (Grüne) dessen Inhalt.

Dem Grünen-Antrag voraus gegangen sei ein Vortrag von Ingrid Macht, Teamleiterin Jugendförderung beim Landkreis Gießen, aus dem vorigen Jahr. Macht habe erörtert, wie eine Kommune es schaffen könne, dass Jugendliche nach ihrer Ausbildung oder dem Studium wieder an ihren Heimatort zurückkämen.

Wenn Jugendliche während dieser Lebensphase (Alter zwölf bis 27) mitbestimmen könnten, Räume zur Entfaltung ihrer Interessen vorfänden und sich daher mit ihrem Wohnort identifizierten, dann sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie auch als Erwachsene an diesen Orten leben wollten, so Haußmann.

Benennung im Juli

Bezüglich der Kooperationsvereinbarung verpflichte sich die Stadt, zuerst ein Konzept auszuarbeiten. Der Landkreis wiederum sage finanzielle Förderungen für thematische Veranstaltungen zu, so Haußmann. Ausschussmitglied Sabine Schiller (CDU) unterstrich, dass gerade in Lollar bezüglich Jugendarbeit viel zu tun sei. Sie hätte am liebsten sogleich konkretere Gedanken zu einem konzeptionellen Entwurf beigesteuert.

Haußmann merkte weiter an, die Gemeinde Buseck sei Lollar schon diesen Schritt voraus. Die Kommune sei aufgefordert, ihre Ist-Situation darzulegen und zukünftige Schritte dem anschließen. Buseck habe dafür eineinviertel A4-Seiten benötigt. Seit 2019 verfüge Lollar über eine Jugendbeteiligungs-Satzung, so Haußmann. Ein nächster Schritt müsse nun sein, den Jugendbeauftragten zu benennen. Dieser solle dem Stadtparlament angehören. Ein Telefonat mit Ingrid Macht habe ergeben, es könnten auch zwei Personen sein.

Schiller: »Den Jugendbeauftragten sollten mehrere Parteien stellen«. Heidi Alt (Grüne) stellte fest: »Der Kreis braucht einen Namen«. Sie schlug vor, hierzu einen überfraktionellen Arbeitskreis einzurichten.

Silke Röske, die eingangs der konstituierenden Sitzung einstimmig zur neuen Ausschussvorsitzenden gewählt wurde, äußerte zur Rolle eines Jugendbeauftragten, dieser solle neutral sein und zwischen den Jugendlichen und dem Magistrat eine Mittlerrolle einnehmen. Damit das Vorhaben auch erfolgreich werde, sei wohl »viel Austausch und Bewegung« nötig.

Dr. Jens-Christian Kraft (CDU) hob das ausdrückliche Interesse seine Partei an der personellen Beteiligung hervor. Haußmann erläuterte, man habe den Posten des Jugendbeauftragten nicht schon 2020 besetzen und zunächst den Ausgang der Kommunalwahl abwarten wollen. Letztlich wurde der Grünen-Antrag einstimmig angenommen, ebenso der Ergänzungsantrag der CDU, dass die Stadtverordnetenversammlung auf ihrer Juli-Sitzung zwei oder mehrere Personen als Jugendbeauftragte benennt.

Ausschussvorsitzende Röske (Berufsberaterin an der Clemens-Brentano-Europaschule) ist in der Kommunalpolitik ist nach eigenen Angaben »noch ein Greenhorn«. Nach einer eingangs von Cornelia Maykemper (FDP) angeregten Kurzvorstellung meinte diese sodann, »ich denke, Sie sind an der richtigen Stelle«. Diesen Eindruck erweckte ebenso der neu gewählte stellvertretende Vorsitzende, Bertin Geißler (SPD). Für Kommunalpolitik habe er bis dahin keine Zeit erübrigen können. Jetzt wolle er dabei mitmachen. Seine Interessensschwerpunkte seien »Kultur, Sport und Jugend«.

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