Autokorso sorgt weiter für Diskussionen

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Lollar (vh). Der Hauptausschuss der Stadt Lollar hat einstimmig empfohlen, an der Sicherheitsinitiative "Kompass" teilzunehmen. "Kompass" ist ein Angebot des Innenministeriums für Städte und Gemeinden, um passgenaue Lösungen für eine lokale Sicherheitsarchitektur zu finden. Auf Antrag der CDU hat es Anfang Oktober ein Informationsgespräch mit Vertretern der Fraktionen, des Gießener Polizeipräsidiums und der Stadtverwaltung gegeben.

Aktueller Hintergrund: Die CDU Lollar moniert auf ihrer Facebook-Seite, dass es an drei Samstagen in Folge zu Hochzeitskorsos mit Hupkonzert und Verkehrsbehinderungen, zuletzt sogar Bengalos, in der Lollarer Innenstadt kam. Auf Facebook heißt es: "Seit längerem kritisieren wir die Untätigkeit der Stadt bei der Durchsetzung der öffentlichen Ordnung! Während andere die Probleme vor Ort noch nicht einmal ansatzweise verstanden haben, sehen wir den Handlungsbedarf..." Norman Speier (SPD) findet den Facebook-Post bedenklich, weil er Ängste schüre, da zuständige Behörden angeblich versagten. Diese Machart ähnele dem Vorgehen der AfD, weil auch bei den Kommentaren zu befürchten sei, dass vieles hinzugedichtet werde. Weiterhin fand es Speier merkwürdig, dass beim von der CDU initiierten Info-Gespräch kein CDU-Vertreter anwesend war. Man habe indes gute Ideen dabei entwickelt. Zusammen mit der Polizei und der städtischen Ordnungsbehörde sollten Bürger vor Ort Lösungen suchen. Sozialdemokrat Speier appellierte an die CDU, sich dem Antrag von SDP und Grünen anzuschließen. Es sollte gehandelt werden, nicht gepostet. Markus Wojahn (CDU) erwiderte Speier: "Der Ton gefällt mir gar nicht" und "Wir lassen uns die Initiative nicht nehmen". Der Antrag, mit "Kompass" in Kontakt zu treten, "geht ausschließlich auf uns zurück".

Wojahn sagte, es könne nicht sein, dass mitten in der Stadt "eine Hochzeit aus dem Rahmen gerät". Warum die CDU beim "Kompass"-Gespräch denn fehlte, blieb in der Ausschusssitzung unklar.

Jens-Christian Kraft (CDU) nannte die Autokorsos "ein klassisches Ordnungsthema". Den Mitarbeitern des Lollarer Ordnungsamts mache er keine Vorwürfe, der Polizei ebenso wenig. Die CDU benenne Tatsachen. Wojahn verbat sich Gemeinsamkeiten mit der AfD, "die hier leicht unterschwellig genannt wurde". Speier blieb dabei: "Der Facebook-Post war eine unüberlegte Handlung."

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