Ausstieg bei Hessen Forst verschoben

  • vonVolker Heller
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Lollar(vh). Der städtische Finanzausschuss wollte auf seiner Sitzung im Bürgerhaus eigentlich darüber beschließen, die Beförsterung des Stadtwaldes Lollar durch den Landesbetrieb Hessen Forst zum Jahresende 2020 aufzukündigen. Geplant war zudem, dass Förster Stefan Schreiber, der bis vor Kurzem kommissarisch für das Revier Salzböden, den Stadtwald, zuständig war, dies weiterhin tun werde. Auch das ist hinfällig.

Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek teilte mit, sein Kenntnisstand sei gewesen, Schreiber wolle bei Hessen Forst kündigen, aber in Buseck bleiben. Er würde dann als Angestellter der Gemeinde Buseck weiterhin den Gemeindewald sowie den Stadtwald von Staufenberg und Lollar betreuen. Staufenberg und Lollar würden sich an den Personalkosten beteiligen. Wieczorek informierte nun, dass Schreiber eine neue Arbeitsstelle in Nordrhein-Westfalen antreten wolle. Von einem Ausstieg bei Hessen Forst ohne sichergestellte Beförsterung riet der Bürgermeister ab.

Norman Speier (SPD) meinte, die Frage der künftigen Beförsterung bleibe dennoch erhalten. Jetzt habe auch die Gemeinde Wettenberg Interesse an einer gemeinsamen Beförsterung geäußert. Der städtische Magistrat solle beauftragt werden, gemeinsam mit den anderen Kommunen ein Konzept für einen Ausstieg bei Hessen Forst zu erstellen.

Rüdiger Pohl (CDU), bis vorigen Herbst der Revierförster Salzböden, warnte vor einem Schnellschuss. Eine jahrzehntelange und seines Wissens bewährte Zusammenarbeit gebe man nicht ohne guten Grund auf. Die Personalkosten etwa würden im Falle eines in Buseck angestellten Försters nicht oder kaum billiger. Außerdem sei der Markt ziemlich leer gefegt. Pohl: "Es gibt mehr Wald als Förster." Die Waldbäume befänden sich durch Trockenheit, Borkenkäfer und Pilze im Ausnahmezustand und benötigten einen Förster, der "in die Hände spuckt", mehr leiste als Dienst nach Vorschrift. Dieser Tage sei nun der neue Förster in Salzböden eingetroffen, müsse sich einarbeiten, was viel Zeit koste.

Auftrag an Magistrat

Markus Wojahn (CDU) stellte den Antrag, den städtischen Magistrat nunmehr nicht mit dem Ausstiegskonzept zu beauftragen. Im Diskussionsverlauf wurde argumentiert mit einer "größeren Sichtweise" (Speier), also Zusammenarbeit der drei oder vier Kommunen, "was wollen wir denn" (Pohl) und erst dann der Blick über die Stadtgrenze, sowie "grundsätzlich neue Gedanken machen" (Heidi Alt, Grüne).

Man einigte sich abschließend ohne Gegenstimme, der Magistrat solle das Konzept erstellen und der neue Förster die Aufgaben und Perspektiven seines Arbeitgebers (Hessen Forst) im Verlauf einer nicht öffentlichen Ausschusssitzung erläutern.

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