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Auf Technik und Erfahrung kommt es an

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Von: Volker Heller

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Beim Timbersport wird das Holzfällen nur symbolisch angedeutet. Statt eines ganzen Baumes steckt ein Stammabschnitt in einer Haltevorrichtung. © Volker Heller

Lollar (vh). »Stihl Timbersport« ist auf internationaler Ebene ein Holzfällerwettbewerb in sechs Disziplinen mit Meisterschaftstiteln. Zum 50-jährigen Jubiläum der Ruttershäuser Firma Weimer traten zwei herausragende Athleten des deutschen Teams mit Axt und Säge an. Andreas Striewe ist eigentlich Landschaftsgärtner und als Sportholzfäller seit Jahren regelmäßig bei den Deutschen Meisterschaften dabei.

Den Titel konnte er noch nicht erringen. Nachwuchstalent Tim Anthofer übte, kaum in der Szene angekommen, 2021 bei einem Kollegen in Schottland.

Striewe und Anthofer passen ganz und gar nicht zum typischen Erscheinungsbild des Holzfällers, also mutmaßlich ein Kerl breit wie ein Schrank. Der Sportholzfäller betätigt sich völlig anders. Er fällt keine Bäume mehr, sondern bearbeitet nur noch Stammabschnitte. Bei den europäischen Wettkämpfen wird ausschließlich Pappelholz verwendet, denn dieses hat eine gleichmäßige Struktur und homogene Feuchtigkeit. Somit ist die Chancengleichheit beim Wettbewerb eher gewährleistet.

Beim Sportholzfällen entscheidet nicht Muskelkraft, sondern richtige Schneidetechnik. Im Falle der Axt die Schlagtechnik und der Schneidewinkel. Wer eine Baumstammscheibe in der kürzesten Zeit absägen will, braucht allemal eine im korrekten Winkel geschärfte Kette. Und, das erläuterte Andreas Striewe den Zuschauern, die zum Durchmesser genau passende Motordrehzahl.

Sechs Disziplinen

Insofern ist Sportholzfällen reine Erfahrungs- und Übungssache. Am »Standing Block« wird mit der großen Axt das Fällen eines Baumes simuliert. Möglichst große Späne, so genannte Chips, fliegen umher, bis der Stamm abknickt.

Beim »Single Buck« werden Holzscheiben mit der knapp zwei Meter langen Handsäge gekappt. Archaisch geht es zu, wenn die »Hot Saw« anspringt. Das ausschließlich für den Wettbewerb konstruierte Gerät mit 250-Kubik-Rotaxmotor leistet 70 PS. Eine superlaute Maschine. Beim »Underhand Chop »wird der liegende Stammabschnitt mit der Axt zerteilt. Mit »Stock Saw« ist ein Aufwärts- und Abwärtsschnitt mit der handelsüblichen Motorsäge gemeint. Beim Springboard werden zwei Trittbretter an einem senkrechten Stamm platziert. Der Sportholzfäller muss einen auf der Spitze montierten Holzblock durchschlagen.

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