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Freuen sich über das neue Schild am Ortseingang (v. l.): Michael Heinz, Andrej Keller, Wolfgang Haußmann, Susanne Gerschlauer, Dr. Bernd Wieczorek und Gerhard Born.

"Als Stadt Farbe bekennen"

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Lollar (mmf). Ein besonderes Schild schmückt nun einen Ortseingang von Lollar. Autofahrer, die von Staufenberg oder Ruttershausen her kommen und die Marburger Straße in Richtung Gießen befahren, sehen auf der rechten Seite ein weißes Schild mit einer bunten Taube. Regenbogenfarben schmücken das Gefieder des Vogels. Um die Taube steht "Toleranz im Lumdatal", darunter der Schriftzug "Lollar - Ort der Vielfalt, Demokratie und Toleranz im Lumdatal".

"Wir wollen ein Zeichen setzen", unterstrich Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek am Donnerstag anlässlich der Präsentation des Schildes. Der Anlass seien u. a. fremdenfeindliche Tendenzen, Intoleranz und Antisemitismus, sagte Wolfgang Haußmann (Grüne). Seine Partei hatte vor etwa zwei Jahren entsprechende Schilder vorgeschlagen. "Wir sind in Lollar für Weltoffenheit, Vielfalt, Demokratie und Toleranz", betonte Haußmann.

Motiv in der CBES entwickelt

Bei einem Schild wird es nicht bleiben: Geplant sind allein in Lollar weitere sieben bis neun Exemplare. Eins soll an der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) aufgestellt werden. Von dort kommt auch der Entwurf für das Motiv. Michael Kühn, Lehrer des Kunstleistungskurses und für Politik, hat mit seiner zwölften Klasse Vorschläge entworfen. Die Schüler haben fünf Entwürfe zur Auswahl gestellt - durchgesetzt hat sich der von Stefanie Sofia Heinz. Schulleiter Andrej Keller zeigte sich begeistert: "Auch wenn es keinen Rechtsruck in Europa gäbe, ist so ein Schild sinnvoll." Es zeige, wie die Stadt zu Demokratie, Vielfalt und Toleranz stehe. "Als Stadt Farbe bekennen", nannte es Haußmann. Keller lobte Kühn für die gelungene Umsetzung zusammen mit den Schülern: "Die Verbindung von Kunst und Politik tut der Schule gut." Kühn habe sich schon in der Vergangenheit für Menschenrechte und Toleranz eingesetzt. Wenn es nach den Verantwortlichen geht, sollen auch in den anderen drei Lumdatal-Gemeinden (Allendorf, Rabenau und Staufenberg) Schilder aufgestellt werden. "Gerade vor dem Hintergrund der rechtsbelasteten Vorgeschichte im Lumdatal", sagte Haußmann. Der Vorschlag müsse noch die einzelnen Stadtparlamente passieren. Aber man wolle sich bemühen die Gemeinden dazu zu bewegen, an dem Projekt teilzunehmen, sind sich die Initiatoren einig.

Finanziert werden die Schilder in Lollar mit Fördermitteln aus dem Projekt "Demokratie leben!". Das Netzwerk "Demokratie und Toleranz" habe dafür einen Antrag an das Bundesprogramm gestellt, sagte Organisationsmitglied Susanne Gerschlauer. Dazu zählt auch das Projekt "Dabeisein" im Lumdatal. Das Programm ist eine Partnerschaft, an der sich Lollar, Allendorf, Rabenau und Staufenberg beteiligen. "Ein Schild kostet im Druck nur 40 Euro", sagte Haußmann. An der Finanzierung solle es daher nicht scheitern. Das meint auch Gerschlauer. Gerne stelle sie auch für die anderen Gemeinden einen Antrag zur Finanzierung. (Foto: mmf)

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