Entwurf für eine Neugestaltung des Areals rund ums Feuerwehrhaus Queckborn. Foto: TB/Entwurf: BPG
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Entwurf für eine Neugestaltung des Areals rund ums Feuerwehrhaus Queckborn. Foto: TB/Entwurf: BPG

Lösung für ein altes Problem?

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Grünberg(tb). Zum Glück ist bisher nichts Schlimmes passiert: Bei Veranstaltungen in der Mehrzweckhalle Queckborn kommt es immer wieder mal vor, dass Gäste die Ausfahrt der Feuerwehr nebenan blockieren. Weder Halteverbotsschilder noch Handzettel, die an die Mieter der Halle verteilt wurden, haben daran viel geändert. Seit Jahren ist die Situation Thema für Grünbergs Politik, die Feuerwehr und den Ortsbeirat.

Ortsbeirat geht es auch um Dorfplatz

Letzterem aber liegt nicht nur der Sicherheitsaspekt am Herzen: Wenn die Stadt schon Geld in die Hand nehme, sollte zugleich die Gesamtsituation verbessert, ein Dorfplatz geschaffen werden. Zumal in Queckborn schon lange nichts mehr passiert sei, die Fläche am "Dorfzentrum" für einen Ort mit rund 1400 Bewohnern zu klein und mangels Grün "wenig" einladend sei, wie Ortsvorsteher Wilhelm Zoll betont.

Vor Jahresfrist schien endlich eine Lösung auf dem Weg. Ein Gestaltungsplan, vom Büro BPG (Biebertal) im Auftrag des Grünberger Ingenieurbüros Ohlsen erstellt, fand Gefallen im Dorf, bei der Feuerwehr und auch beim Ortsbeirat, der den Vorentwurf einstimmig guthieß, wie Zoll gegenüberer dieser Zeitung unterstreicht. Würden doch gleich mehrere Baustellen abgearbeitet: Erstens das Sicherheitsproblem, da mit einem Alarmparkplatz hinterm Gerätehaus separate, durch Schranken gesicherte Zu- und Abfahrten geschaffen würden. Dass Queckborn eine der stärksten Feuerwehren habe und diese eine sehr gute Jugendarbeit leiste, fügte er an.

Zweitens entstünde ein Dorfplatz mit viel Grün statt tristem Asphalt. Somit würde das Ambiente aufgewertet, was auch zusätzliche Hallenvermietungen erwarten ließe. Schaffung eines barrierefreien Hallenzugangs und Reparatur des Sockels sowie ein zukunftsweisender E-Ladepunkt sind für den Ortsvorsteher weitere Punkte, die für eine Realisierung des Entwurfs sprächen.

Die jedoch ist fürs Erste auf Eis gelegt: Bürgermeister Frank Ide zufolge waren geschätzte Kosten von 470 000 Euro dem Magistrat zu hoch. Im Etatentwurf 2021 stellte dieser denn auch keine Mittel ein. Dass es ein "superschöner Plan" sei, das gestand Ide ein. Doch eben nicht zu schultern.

Von daher die Aufforderung an den Ortsbeirat, sich über Einsparungen Gedanken zu machen. Dass es bereits einen Dorftreff am alten Faselstall gebe, eine sichere Zu- und Ausfahrt der Feuerwehr Priorität haben sollte, was schon 200 000 bis 300 0000 Euro kosten würde, merkte er bei der Beratung des neuen Haushalts an. Der wurde vom Stadtparlament beschlossen, ohne dass eine Fraktion einen Antrag im Sinne der Queckbörner gestellt hätte. Grünen-Sprecher Reinhard Ewert bat einzig darum, der Entwurf möge - neben dem Ortsbeirat - auch dem Fachausschuss zur Beratung vorgelegt werden.

Was das "Abspecken" angeht, sieht der Ortsbeirat Zoll zufolge kaum Spielraum. Zudem seien in den 470 000 Euro Maßnahmen enthalten, die ohnehin zu erledigen seien, etwa der barrierefreie Hallenzugang oder die Sockelreparatur. Was ihn vor allem ärgert, ist, dass das Projekt nicht mehr - wie zugesagt - aus der Hessenkasse finanziert werden solle.

Dass es sich dabei nur um 70 000 Euro für Reparaturen der Asphaltdecke gehandelt habe, korrigierte ihn gestern auf GAZ-Anfrage der Rathauschef. Auch sei noch nichts entschieden. Denn über die Verwendung der rund 500 000 Euro an Restmitteln aus dem Landesprogramm solle das Stadtparlament ja erst im Februar entscheiden. Dass die Summe schon für die bis dato geplanten kleineren Maßnahmen nicht gereicht habe, fügte er freilich an.

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