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Bis in die Nacht hinein wurden in den Gießener Wahllokalen die Stimmen ausgezählt.

Linker als der Bundesdurchschnitt

  • VonKatrin Hanitsch
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Wieder einmal macht Gießen seinem Ruf alle Ehre, linker als der Durchschnitt zu sein. Die Zweitstimmen für die Bundestagswahl gingen hier zu großen Teilen an die SPD und die Grünen. Und auch die Linke schnitt besser ab als im Bundestrend. Die CDU dagegen steht hier mit einer Ausnahme schwächer da als auf Bundesebene.

Entgegen dem Bundestrend liegen in der jungen Universitätsstadt die Grünen bei den Bundestagswahlen ganz vorne - mit einem knappen Abstand zur SPD. Nach den Ergebnissen, die erst gegen Mitternacht vollständig vorlagen, haben gut 27 Prozent der Gießenerinnen und Gießener die Grünen gewählt, 22,65 Prozent die Sozialdemokraten, abgeschlagen auf dem dritten Platz folgte die CDU mit 16,99 Prozent der Stimmen aus der Stadt. 8,27 Prozent stimmten für die Linke, deutlich mehr als die bundesweiten fünf Prozent. Bemerkenswert niedrig im Bundesvergleich ist der Anteil der AfD-Wähler: Die Partei kam in Gießen auf 6,07 Prozent.

Obwohl die Parteien, die unter »Sonstige« zusammengefasst wurden, zusammen auf fast 24 Prozent kamen, schaffte keine von ihnen den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde. Am erfolgreichsten nach der Linken waren noch die Tierschutzpartei, »Die Partei« und die Freien Wähler, sie alle lagen aber deutlich unter zwei Prozent.

Allendorf und Rödgen wählen SPD

Die CDU, bei der Bundestagswahl 2017 für die Gießener noch klarer Wahlsieger, konnte in diesem Jahr noch am besten die Wähler in Lützellinden überzeugen. Hier kam sie auf 27,85 Prozent - immerhin mehr als im Bundestrend, wo die Hochrechnungen sie am Abend bei 24,1 Prozent sahen. Schaut man auf die einzelnen Wahlbezirke, liegen die beiden Bezirke mit den meisten CDU-Stimmen jedoch in Wieseck: Sie kamen aus der Seniorenwohnanlage und dem Bürgerhaus Wieseck I.

Ihr schwächstes Ergebnis erreichten die Christdemokraten in der Kernstadt (knapp 17 Prozent). In Wieseck wählten noch knapp 24 Prozent der Wahlberechtigten die CDU, dennoch konnte hier die SPD die meisten Stimmen einfahren, nämlich rund 26 Prozent. Erstaunlicherweise kamen auch für die SPD mit am meisten Stimmen aus der Seniorenwohnanlage Wieseck.

Die meisten Anhänger haben die Sozialdemokraten aber offenbar in den Stadtteilen Allendorf und Rödgen, dort stimmten 27,46 beziehungsweise 26,47 Prozent für sie. Deutlich weniger waren es in Kleinlinden und in Gießen: 22,84 und 22,76 Prozent.

Für die FDP lief es in Allendorf am besten. Mit 12,2 Prozent liegt sie hier sogar etwas über dem Niveau, auf dem sie am Abend bundesweit gesehen wurde. Auffallend ist, dass die Partei in allen Stadtteilen recht nah beieinander liegt: rund elf Prozent in Lützellinden, Kleinlinden und Wieseck. Etwas weniger sind es in Gießen. Nur in Rödgen fällt die FDP ab: 7,96 Prozent.

Grüne über Bundesergebnis

Die Kernstadt und Kleinlinden waren für die Grünen die erfolgreichsten Stadtteile. Über 26 und 21,09 Prozent der Wähler machten hier ihr Kreuz für diese Partei. Nicht so gut lief es für sie dagegen in den anderen Stadtteilen: Dort lagen sie teilweise mehr als zehn Prozentpunkte unter dem Ergebnis aus der Kernstadt. Aber immerhin: Nirgendwo in Gießen schnitten die Grünen schlechter ab als in den Hochrechnungen für das Bundesergebnis.

Schaut man sich die gewonnen Wahlbezirke an, schneidet die SPD am besten ab: Sie konnte mit Kleinlinden, Wieseck, Rödgen und Allendorf in vier Ortsbezirke die meisten Wähler überzeugen, CDU (Lützellinden) und Grüne (Gießen) jeweils einen.

Die Wahlbeteiligung wurde am Abend vorläufig mit 71,4 Prozent angegeben.

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