Vivienne Banach bei der Vorstellung vor dem Lindener Rathaus mit Bürgermeister Jörg König. FOTO: PAD
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Vivienne Banach bei der Vorstellung vor dem Lindener Rathaus mit Bürgermeister Jörg König. FOTO: PAD

Zusammenhalt verbessern

  • vonPatrick Dehnhardt
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Linden(pad). In Linden wurde nun eine neue Koordinierungsstelle für die Gemeinwesenarbeit geschaffen. Diese ist für die Stadt kostenneutral.

"Das kommt nicht alle Tage vor, dass du gefragt wirst, ob du eine Mitarbeiterin brauchst, für die du nichts bezahlen musst", sagte Lindens Bürgermeister Jörg König bei der Vorstellung von Vivienne Banach. Diese soll in den kommenden fünf Jahren die neu geschaffene "Koordinierungsstelle für Gemeinwesen" mit Leben füllen. Die Personalkosten übernimmt die Zaug gGmbH. Banach wird dabei je eine halbe Stelle in Linden und in Pohlheim übernehmen. Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit den lokalen Akteuren und unter Berücksichtigung der bestehenden Angebote das ehrenamtliche Engagement sowie die kultur- und altersgruppenübergreifende Begegnung zu fördern.

Ein gutes Gemeinwesen "ist für den Wohlfühleffekt in der Kommune wichtig", sagte König. Hinter dem Begriff verbirgt sich per Definition die Organisation von Zusammenleben außerhalb des Familienverbundes - also ein weites Feld. "Über einen so langen Zeitraum jemanden als Unterstützung in diesem Bereich zu haben, ist ein Vorteil", sagte König.

Jugendparlament wiederbeleben

Banach wird sich in Linden konkret um Projekte kümmern, die den Zusammenhalt in der Kommune stärken sollen. Dafür soll sie mit bestehenden Organisationen, etwa der "Generationenbrücke" oder der Seniorenwerkstatt, zusammenarbeiten und diese unterstützen. Im Rathaus wird ihre Arbeit mit Anne Meerstein (Hauptamt) und Jugendpflegerin Alexandra Agel verzahnt sein.

Ein Schwerpunkt ihres Aufgabenbereichs wird sein, dass Kinder und Jugendliche wieder stärker Gehör in der Kommunalpolitik finden. Dazu soll das Jugendparlament wiederbelebt werden. Bürgermeister König sagte, dass dies eine anspruchsvolle Aufgabe sei, da man erst einmal Jugendliche finden müsse, die auch dauerhaft mitwirken wollen. Für die Stadt sei es jedoch ein großer Gewinn, wenn die jungen Lindener so ihre Wünsche und Anregungen vortragen.

Zudem soll die neue Koordinierungsstelle Projekte initiieren, bei denen Menschen aus allen Generationen zusammenkommen. Dabei will man allerdings nicht auf reine Standardkonzepte zurückgreifen, sondern sich an den Wünschen und Vorschlägen der Bürger vor Ort orientieren. Banach hofft daher auf Anregungen und Ideen aus der Bevölkerung. Gleichzeitig arbeitet sie bereits an einigen Projekten, die den Zusammenhalt in Linden stärken sollen, "in der Hoffnung, dass diese bald praktisch durchführbar sind".

Die Koordinierungsstelle will auch in Kooperation mit dem zukünftigen Seniorenbeirat Projekte anstoßen. Unter anderem soll sie bei der Ausrichtung von Seniorennachmittagen mitwirken - "wenn diese wieder möglich sind", ergänzte König.

Nicht zuletzt will Banach die Lindener bei der Vermittlung in Ausbildung und Beruf unterstützen. Dazu sind - sobald die Pandemielage es zulässt - offene Sprechstunden geplant. Bis dahin ist es möglich, mit ihr via Telefon (01 51/74 464 884) oder E-Mail (gwa-linden@zaug.de) Kontakt aufzunehmen, nach Unterstützung zu fragen oder Ideen vorzuschlagen.

Die 31-Jährige hat Sozialwissenschaften und interkulturelle Beziehungen studiert. Danach arbeitete sie in der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen sowie für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge als Regionalkoordinatorin. Zuletzt war sie in der Wohnungslosenhilfe in Frankfurt tätig.

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