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Die Teilnehmer der Führung bei »Leuns« in der Obergasse.

Wo einst der Bürgermeister wohnte

  • VonConstantin Hoppe
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Linden (con). Mittlerweile sind sie in Großen-Linden an vielen Stellen zu finden: Namensschilder an den Häusern, die die alten Hausnamen angeben. Mittlerweile wurden in Zusammenarbeit mit dem Heimatkundlichen Arbeitskreis zahlreiche Namensschilder angebracht.

Noch immer sind vielen älteren Lindenern diese Hausnamen geläufig - doch ihre Herkunft kennen schon deutlich weniger. Deshalb bietet der Heimatkundliche Arbeitskreis als neues Angebot Führungen für Interessierte zu den alten Hausnamen an. So ging es jetzt einmal durch den alten Großen-Lindener Ortskern, wo Helmut Faber die Herkunft der Namen erklärte und manch interessante Geschichte aus der Lindener Geschichte zum Besten gab.

Etwa zur Obergasse 9, an der der Name »Leuns« prangt: Hier lebte einst Johannes Leun, Sohn des Landmanns Johan Heinrich Leun und dessen Ehefrau Maria, geborene Wenzel. 1883 wurde er Bürgermeister von Großen-Linden.

Nur eine Hausnummer weiter in der Obergasse 10 hängt ein Schild mit der Aufschrift »Boijemoastersch« (Bürgermeisters). Auch da geht der Hausname auf einen ehemaligen Bürgermeister zurück: »Hier lebte Bürgermeister Menges, der das Amt von 1842 bis 1871 inne hatte«, erklärt Faber seinen Zuhörern. Man bemerkt schnell, die Hausnamen sind oft eng mit der Geschichte des Ortes verbunden und erzählen auch heute noch einen Teil davon.

Doch nicht nur die heute noch stehenden Häuser gehören zu der Führung. Kurz bleibt die Gruppe auf dem Kreuzungsbereich der Obergasse zur Ludwigstraße stehen. Wo heute die Kreuzung liegt, befand sich einst das Backhaus in der Obergasse. »Die Ludwigstraße gab es damals noch nicht, nur einen schmalen Fußweg«, erklärt Faber.

Nur wenige Meter weiter befindet sich das Rondell an der Obergasse. Dort wird heute der Marienmarkt eröffnet. Einst befand sich in Richtung der evangelischen Kirche das alte Spritzenhaus der Feuerwehr, bis es abgerissen wurde. Erst dadurch entstand der heutige Platzcharakter.

Und wo jetzt Parkplätze sind, war früher ein Löschteich, an dem eine große Linde wuchs. Ein älterer Teilnehmer konnte sich gut erinnern: »Hier im Teich wurde damals das Vieh gewaschen.«

Direkt daneben in der Obergasse 27 steht ein Name am Haus, der einen direkten Bezug zu Helmut Faber hat: »Foawesch« - der Nachnahme in Lindener Mundart von Johannes Faber, dem Ur-Ur-Urgroßvater von Helmut Faber.

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