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Wie ein Tourist in Großen-Linden

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Von: Günther Dickel

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Siegfried Grosse © Günther Dickel

Linden (gdp). »Momente zum Innehalten« lautete die Überschrift eines Vortrags mit Autor Dr. Siegfried Grosse, zu der der Heimatkundliche Arbeitskreis Großen-Linden eingeladen hatte. 30 Besucher waren der Einladung in den Saal des Kronenwirt gefolgt.

Eingeschlagene Pfade überprüfen

Grosse ist Physiotherapeut. In seinen bislang vier veröffentlichten Büchern hat er Lebenserfahrungen und Sichtweisen festgehalten, wie man durch mehr Achtsamkeit seine Lebensqualität verbessern könne. Er regte dazu an, gerade jetzt in der Corona-Zeit die gegangenen Lebenspfade inklusive der ausgelösten Emotionen zu überprüfen und mit neuer Erkenntnis neue Wege einzuschlagen.

Damit dies gelinge, gab der Autor Ratschläge und Hinweise, wie ein Leben in einer von Hektik, Unübersichtlichkeit, Beliebigkeit und Oberflächlichkeit getriebenen Zeit besser gemeistert werden kann. Wer innehalte, dem sei besonders in der Corona-Zeit aufgefallen, dass bereits vorher »Leerräume« vorhanden waren. Diese gelte es nun zu nutzen, um Leichtigkeit, Lockerheit und Wachheit aufblühen zu lassen. Achtsamkeit sei der Schlüssel.

Bereits ein kleines Veilchen, das auf einer Kirchenmauer blüht, könne Freude bereiten - wenn man es denn nicht übersieht. Als Übung empfahl Grosse, sich wie ein Tourist im eigenen Ort zu bewegen. Er zeigte beispielhaft Bilder von Häusern, Hoftoren und Ornamenten aus Großen-Linden, die zwar jeder kannte, aber viele lange nicht mehr bewusst wahrgenommen hatten. Zudem riet er dazu, einmal abzuschalten - für einen Tag das Handy. Während der Referent sprach, projizierte Helmut Faber die passenden Bilder auf die große Leinwand, wodurch die Texte der Lesung noch tiefer verankert wurden.

Um selbst mit sich in Einklang zu kommen, empfahl er seinen Gästen den täglichen Sonnenuntergang als Kulisse für das abendliche Tagesfazit zu nutzen. Den morgendlichen Aufwachgedanken soll man den Dank der Nachtruhe zollen und mit Freude in die Tagesaufgaben und -chancen blicken, die vor einem liegen. So komme man auch dem dänischen Lebensgefühl »Hygge« ein ganzes Stückchen näher.

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