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Mit Keschern suchen die Ferienspielkinder nach Wasserkäfern und Larven.

Was kreucht und fleucht denn da?

  • VonConstantin Hoppe
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Linden (con). Still liegt der kleine Teich im Wald, Insekten schwirren durch die Luft, Wasserläufer flitzen über die Wasseroberfläche. Unter Wasser ist ein Wasserkäfer auf der Suche nach Fressbarem. Doch so ruhig wie an anderen Tagen soll es heute nicht bleiben. Denn begleitet von einigen Erwachsenen nähert sich eine Gruppe Kinder mit Keschern, Eimern, Gummistiefeln und Mückenschutz dem See.

Am vergangenen Wochenende stand im Rahmen der diesjährigen Ferienspiele der Stadt Linden die Neuauflage eines beliebten Programmpunktes an: Die Tümpelexkursion mit der Lindener NABU-Ortsgruppe.

Seit 30 Jahren ein Highlight

Seit rund 30 Jahren ziehen die NABU-Mitglieder alljährlich mit interessierten jungen Lindenern zu den Wassertümpeln im Wald, um zu schauen, was hier kreucht und fleucht. »Wir hoffen, einige Insektenlarven, Wasserkäfer, den Wasserskorpion, Libellen und auch Libellenlarven zu finden, vielleicht auch einen Frosch«, erklärt Norbert Schneider, Vorsitzender der NABU-Ortsgruppe, der die Exkursion jedes Jahr begleitet.

Und Sorgen machen muss sich niemand um die Tierchen: Denn diese werden unter Aufsicht der NABU-Mitglieder nur kurz begutachtet und dann wieder in ihren Lebensraum entlassen.

Mittlerweile ist die Gruppe aus zwölf Kindern zwischen sieben und zehn Jahren an einem der kleinen Teiche in der Nähe des Lindener Oberhofes angelangt. Seerosen bedecken große Teile der Oberfläche. Hier gibt es genügend Wasser, an anderen Tümpeln ist der Wasserstand trotz der Regenfälle der vergangenen Wochen und Monate recht niedrig. Doch hier am Seerosenteich schwirren die Libellen umher. Nach einer kurzen Einweisung fangen die Kinder auch gleich an, mit ihren Keschern die Wasseroberfläche und den ufernahen Bodenbereich abzusuchen. Schnell werden die Ersten fündig: Einige Insektenlarven, zudem ein großer Wasserkäfer, landen in den mit Wasser gefüllten Eimern, wo sie von neugierigen Augen betrachtet werden. Auch einige winzige Gebilde werden entdeckt, die zuerst wie Holzstückchen aussehen, das sind die Köcher der Köcherfliege, in denen die Larven sicher untergebracht sind. Interessiert hören sich die Kinder an, was sie gerade für Insekten oder Amphibien im Wasser gefunden haben.

Mit der Tümpelexkursion versucht der NABU Linden schon seit Jahrzehnten, Kinder für den bewussten Umgang mit der Natur zu sensibilisieren und zu zeigen, wie bedeutend auch kleinste Biotope für die Artenvielfalt sein können und wie wichtig der Erhalt solcher Orte ist. Und ganz nebenbei macht das Suchen nach den Wassertieren den Kindern auch jede Menge Spaß. Der Stolz auf jeden Fund war jedenfalls auch am vergangenen Wochenende groß.

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