Die Vorsitzenden der NABU-Gruppe Linden, Norbert Schneider (l.) und Karl-Heinz Frank, an der Sudetenstraße. FOTO: CON
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Die Vorsitzenden der NABU-Gruppe Linden, Norbert Schneider (l.) und Karl-Heinz Frank, an der Sudetenstraße. FOTO: CON

"Es wäre eine Schande"

  • vonConstantin Hoppe
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Linden(con). Mit kritischen Worten äußert sich die Lindener NABU-Gruppe zum geplanten Bau von vier Mehrfamilienhäusern in der Sudetenstraße. Vertreter der Gruppe befürchten, dass der Grünstreifen entlang der Straße verschwinden könnte.

Die schmale grüne Fläche sei von herausragender Bedeutung und biete Vögeln und Bäumen eine Heimat, erklärt die NABU-Gruppe. "Das zu entfernen, wäre eine Schande für ganz Großen-Linden, meint Vorsitzender Norbert Schneider. "Gerade auch, weil Linden nicht gerade mit Stadtbäumen gesegnet ist."

"Aktuell ist der beplante Bereich ein ökologisch wertvolles und reich strukturiertes Mosaik verschiedener Lebensräume für Pflanzen und Tiere." Die Fläche biete auch Steilhänge, Ebenen, Wiesen, Kleingärten und alten Baumbestand. Eichen, Kastaninen, Heckenrosen, Pfaffenhütchen, Wildkirschen, Nussbäume, viele davon schon Jahrzehnte alt, wachsen in dem schmalen Bereich zwischen Sudetenstraße und Bahngleisen. Auch viele Vögel haben hier eine Heimat gefunden, wie die Nachtigall, die Singdrossel, der Zaunkönig und das Rotkehlchen.

Aus der Plankarte zum Bebauungsplan gehe hervor, dass nur im südlichen Bereich der Erhalt von Bäumen vorgesehen sei - lediglich 20 Prozent der Fläche sollen einheimischen und standortgerechten Laubgehölzen gewidmet werden, kritisiert die NABU-Gruppe. "Daraus geht für uns eindeutig hervor, dass der ältere wertvolle Baumbestand, insbesondere an und oberhalb der nördlichen Einbuchtung des langen Hanges, vernichtet werden soll."

Die NABU-Gruppe kommt zu dem Schluss: "Insgesamt schätzen wir die Veränderungen der aktuellen Biotopvielfalt bei Umsetzung der Vorgaben gemäß Bebauungsplan als gravierend negativ ein." Schneider und Frank erklären, sie stimmen aus naturschutzfachlicher Sicht dem Vorhaben nicht zu. "Es ist nicht einzusehen, dass hier ein Investor etwas bauen will, das hier gar nicht hinpasst. Und einen strukturreichen Grünstreifen zu opfern, um hier einen Park anzulegen, ist inakzeptabel."

Zudem ist aus Sicht des NABU in den vorgestellten Planungen noch zu viel unklar, zum Beispiel welche Pflanzen in den Parkanlagen gepflanzt werden sollten. Aber auch einen positiven Punkt finden sie: Denn künstlich angelegte "Steinwüsten" sind in der Planung ausgeschlossen.

Architekt Felix Feldmann, der das Bauprojekt betreut, widerspricht allerdings den Befürchtungen. "Der Grünstreifen bleibt erhalten", versicherte er. Totholz werde beseitigt, möglicherweise auch einzelne Bäume. Die Fläche werde aber keineswegs gerodet, sondern gepflegt.

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