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Brückenabriss bei Linden

A 485: Autobahnbrücke bei Linden über Nacht abgerissen - Vollsperrung

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In der Nacht zum Samstag wurde die Brücke der A485 bei Großen-Linden abgerissen. Vier Bagger leisteten ganze Arbeit.

Die Kraft der Bohrmeißel ist gewaltig. An den Spitzen der Baggerarme befestigt scheinen sie nahezu mühelos in den Beton einzudringen. Doch auf den Widerlagern der Brücke spürt man, welche Kraft dahinter steckt: der Boden vibriert in dem Takt, in dem die vier Bagger auf die 50 Jahre alte Brücke einwirken.

A 485: Brücke stammt von 1970

1970 wurde die Brücke der Autobahn 485 über die Landesstraße zwischen Großen-Linden und Kleinlinden gebaut. Seit der Nacht auf Samstag ist sie Geschichte. Das Bauwerk, welches die Fahrbahn in Richtung Marburg trägt, wird durch ein Neues ersetzt. Der Zwilling für die Fahrtrichtung Süden ist bereits ausgetauscht, wurde vor wenigen Monaten fertiggestellt. Zwischen dem Abrisskandidaten und der neugebauten Brücke liegt nur ein schmaler Spalt. Präzisionsarbeit für die rund 22 Bauarbeiter, die in zwei Schichten die Nacht zum Tag machen. Bereits am Montag soll hier wieder der Verkehr rollen, von den zirka 1100 Tonnen Schutt nichts mehr auf der Fahrbahn liegen. Bereits nach einer Stunde sieht es für diesen Zeitplan gut aus: Zwischen den beiden Hauptträgern ist der Beton bereits herausgemeißelt. Nun konzentrieren sich die vier Bagger auf den ersten Träger, schlagen tiefe Löcher in ihn hinein. Immer wieder kommt auch die Zange zum Einsatz. Zwischen ihren Klauen zerspringt massiver Beton in kleine Steine, zerbersten die Armierungseisen. Das Metall wird heraussortiert, erklärt Yasser Muhammad. Er überwacht in dieser Nacht die Bauarbeiten. Der Betonschutt wird zunächst mit Lastern auf die gesperrte Seite der Autobahn gebracht und dort gelagert. "Je kleiner wir das direkt beim Abriss machen können, desto besser lässt es sich später abtransportieren", sagt Muhammad. Rund zwei Dutzend Schaulustige verfolgen die Abrissarbeiten aus sicherer Entfernung. Einige machen Bilder von den beeindruckenden Maschinen. Ein Junge erzählt aufgeregt seiner Mutter, was er gerade sieht. Andere würden gern einmal selbst am Steuer solch eines Baggers sitzen. Muhammad schmunzelt. Dass die großen Maschinen neugierige Blicke anlocken, ist er gewohnt.

A 485: Brücke fällt leise

Um kurz nach elf Uhr haben die Meißel der jeweils 40 Tonnen schweren Bagger ordentliche Arbeit geleistet: Der Brückenträger ist fast durchtrennt, hängt nur noch an einer handvoll Armierungen. Doch das Material ist robust. Erst nachdem es gezielt attackiert wird, gibt das Metall nach. Zuerst fällt der mittlere Teil der Brücke nach unten auf das Fallbett, mit einigen Augenblicken Verzögerung dann der Abschnitt zwischen Pfeiler und Widerlager. Das Ganze ist überraschend leise. Das Geräusch erinnert eher daran, als würde ein Laster Kies abkippen. Die Baggerfahrer halten kurz inne. Dann werden sofort die Positionen getauscht, die Pfeiler angebohrt, der Schutt weiter zerkleinert. In den frühen Morgenstunden geht es dann mit Pfeiler zwei weiter. Bereits am Montagmorgen heißt es auf der Landesstraße wieder freie Fahrt. Im Juni soll dann die neue Brücke fertiggestellt werden, die Bauarbeiten im Bereich der Landesstraße abgeschlossen sein. Bis die 30-Millionen-Euro-Baustelle auf der A 485 verschwindet, dauert es aber noch voraussichtlich bis Sommer 2020. Denn während der Abriss der Brücke über die Landesstraße nur ein Wochenende brauchte, wird die Demontage der zweiten Brücke über die Bahnstrecke Gießen-Friedberg wesentlich komplizierter und mehrere Wochen dauern: Denn hier darf nichts aufs Gleisbett fallen.

 Umleitung

Ab Freitagmorgen, 11. Oktober, ca. 7 Uhr, bis Montag, 14. Oktober, ca. 5 Uhr, wird daher die L 3475 (Gießener Pforte) unter der A 485 voll gesperrt. Der betroffene Abschnitt liegt zwischen dem Gewerbegebiet (Abzweig Ferniestr./Max-Eyth-Weg) und der Anschlussstelle Linden in Fahrtrichtung Butzbach. Der Pendlerparkplatz bleibt, wie bei den zurückliegenden Sperrungen, aus Richtung Gießen befahrbar.

Die Umleitung während der Sperrung der Landesstraße erfolgt auf der L 3054 und der K 20 über Kleinlinden und Lützellinden. Für den Verkehr, der von der A 485 aus Fahrtrichtung Norden kommend nach Linden und ins Gewerbegebiet abfahren möchte, wird eine Umleitung auf der A 485 über das Gießener Südkreuz angeboten. Von dort kann die südliche Anschlussstelle Linden erreicht und dort abgefahren werden.

Nach dem Abbruch kann der Verkehr vorübergehend wieder in beide Fahrtrichtungen die Landesstraße befahren – allerdings mit verengter Fahrbahnbreite. Somit ist es zunächst weiterhin möglich, von der L 3475 aus Richtung Gießen kommend nach links in den May-Eyth-Weg abzubiegen.

Autobahnbrücke der A 485 bei Linden abgerissen

Brückenabriss bei Linden
Brückenabriss bei Linden © Dehnhardt
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Brückenabriss bei Linden
Brückenabriss bei Linden © Dehnhardt
Brückenabriss bei Linden
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Brückenabriss bei Linden
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Brückenabriss bei Linden
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Brückenabriss bei Linden
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Brückenabriss bei Linden
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Brückenabriss bei Linden
Brückenabriss bei Linden © Dehnhardt

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