Rücksichtslos

Viele Geisterfahrer in Baustelle bei Großen-Linden

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  • Patrick Dehnhardt
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Viele Autofahrer ignorieren die Einbahnstraßenregelung in der Brückenbaustelle zwischen Großen-Linden und Kleinlinden – und sorgen so für gefährliche Situationen.

In der Führerscheinprüfung würde man sofort durchfallen: Gegen die Einbahnstraße fahren. Kein Wunder, ist so ein Verhalten doch sehr gefährlich. Denn wer rechnet schon damit, dass ihm ein Auto entgegenkommt, wenn er in einer Einbahnstraße richtig unterwegs ist? In Großen-Linden ignorieren derzeit viele Autofahrer in der Baustelle an der Autobahn die Einbahnstraßenregelung und sorgen damit für zahlreiche brenzlige Situationen.

Umleitung über Südkreuz

Zwischen Kleinlinden und Großen-Linden laufen derzeit die Abriss- und Neubauarbeiten an der Autobahnbrücke der A 485. Da die großen Maschinen Platz brauchen, ist derzeit nur die Fahrspur von Großen-Linden in Richtung Kleinlinden geöffnet. Eigentlich kein Problem für Pkw und Lkw: Denn auf der A 485 muss man lediglich an der Auffahrt etwas mehr als einen Kilometer in Richtung Südkreuz fahren, dort auf die Autobahn 45 in Fahrtrichtung Gambach auf- und direkt anschließend wieder auf die Autobahn 485 abfahren, um zur Abfahrt Linden zu gelangen. Das dauert ungefähr zwei Minuten.

Bauarbeiter in Gefahr

Vielen Autofahrern scheint das aber bereits zu lang zu sein: Trotz deutlichen Einfahrtverbots fahren sie gegen die Einbahnstraße Richtung Großen-Linden. Besonders brenzlig wird es, wenn ihnen dann Fahrzeuge entgegen kommen – wie am Donnerstagnachmittag von unserem Reporter beobachtet. Denn die Spur ist zu schmal, um sich auszuweichen. Dann weichen viele Autofahrer in die Baustelle aus – während dort schwere Maschinen und Bauarbeiter arbeiten. "Das ist für die Arbeiter sehr gefährlich", sagte Hessenmobil-Sprecherin Sonja Lecher gegenüber der Gießener Allgemeinen Zeitung. Hier ist man über die Zahl der Fahrzeuge, die die Einbahnstraßenregelung missachten, schockiert.

Mehr Kontrollen geplant

Lindens Bürgermeister Jörg König hat für dieses gefährliche Verhalten kein Verständnis. "Die Umleitung ist schließlich kein großer Umweg." Da es sich um eine außerörtliche Straße handelt, hat die Verwaltung keine Handhabe. Mit der Polizei habe man jedoch nun vereinbart, dass hier verstärkt Kontrollen stattfinden, um die Geisterfahrer zu erwischen und zu bestrafen.

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