Die beiden erfolgreichen Mensch-Hund-Teams aus dem Regionalverband Mittelhessen: Sabrina Scheurer mit Balu und Anne Kathrin Christen mit Kiron. FOTO: PM
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Die beiden erfolgreichen Mensch-Hund-Teams aus dem Regionalverband Mittelhessen: Sabrina Scheurer mit Balu und Anne Kathrin Christen mit Kiron. FOTO: PM

Unter widrigen Bedingungen

  • vonred Redaktion
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Linden(pm). Fünf Rettungshunde-Teams der Johanniter-Unfall-Hilfe haben die erste Rettungshunde-Teamprüfung unter Corona-Bedingungen bestanden. Die Prüfung fand in Linden statt, organisiert wurde sie von der Rettungshundestaffel des Regionalverbands Mittelhessen.

"Alles in allem hat es super geklappt", freute sich Rico Merker, Leiter der Rettungshundestaffel Hessen-Mitte, nach der Prüfung. Bedingt durch die Corona-Pandemie mussten alle Teilnehmer besondere Disziplin an den Tag legen.

"Verletzte" gesucht

Die mittelhessische Staffel hatte selbst drei Teams in der Prüfung; alle Helfer waren in die Organisation eingebunden. Die anderen Mensch-Hund-Teams kamen aus der Rettungshundestaffel Vogelsberg. Bestanden haben Sabrina Scheurer mit Balu (RV Mittelhessen), Claudia Büttner mit Nelly (OV Hirzenhain), Stefan Mink mit Jasper (OV Hirzenhain), Anne Kathrin Christen mit Kiron (RV Mittelhessen) sowie Uta Böttcher mit Sumi (OV Hirzenhain).

Als Prüferinnen fungierten Carmen Dulitz (Hannover-Wasserturm) und Dr. Christine Elsner (DRK Friedberg). Dulitz zeigte sich von der Disziplin aller Mitwirkenden beeindruckt: "Nur wenn wir uns alle an die aufgestellten Regeln halten, werden wir weiter die Möglichkeit haben, Prüfungen abzuhalten. Das hat hier hervorragend funktioniert."

Nur geprüfte Rettungshunde-Teams dürfen in den Einsatz gehen, etwa bei der Suche nach vermissten Personen. An der Rettungshundeprüfung nahmen neun Teams teil, fünf bestanden. Sie erhielten die Zertifizierung auf Basis der Gemeinsamen Prüfungs- und Prüferordnung für Rettungshunde-Teams. Nach der theoretischen Prüfung mit Fragen zu Einsatztaktik, Erster Hilfe an Mensch und Tier, Wetterkunde, Karte und Kompass folgte der sogenannte Verweistest. Hierbei müssen die Hunde ihren Hundeführern anzeigen, dass sie einen Menschen aufgespürt haben. Dabei dürfen sie dem Vermissten nicht zu nahe kommen oder ihn belästigen, denn im Einsatzfall muss gewährleistet sein, dass die Hunde einen möglicherweise schwer verletzten oder verängstigten Menschen nicht bedrängen. Aufgabe des Hundeführers ist die schnelle und korrekte Erstversorgung der aufgefundenen Person.

Beim nachfolgenden Gehorsamkeitstest kommt es auf das gute Zusammenspiel der Teams an. Geprüft wurde unter anderem, ob der Rettungshund auf Kommandos korrekt reagiert und seinem Hundeführer auch ohne Leine folgt.

Nach Bestehen dieser Teilprüfungen stand für die Flächensuchhunde die Suche in einem etwa 30 000 Quadratmeter großen Waldgelände im Forst zwischen Linden und Gießen an. Nur 20 Minuten hatten die Teams Zeit, zwei versteckte Verletztendarsteller zu finden.

"Die Prüfung war sehr anspruchsvoll, zumal es für Mitte September nochmals untypisch heiß und drückend geworden war", erklärte Merker, der auch Fachberater für Rettungshunde im Landesverband ist. Wenig Wind und drückende Hitze forderten sowohl die Spürnasen der Hunde als auch die Kondition der Hundeführer, die in kompletter Schutzausrüstung unterwegs waren. Vor diesem Hintergrund seien die Ergebnisse sehr gut. "Im Einsatz können wir uns auch nicht aussuchen, welche Bedingungen gerade herrschen, und die Prüfung soll letztlich die Einsatzfähigkeit der Rettungshunde-Teams bescheinigen", betonte Merker.

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