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Im Rahmen der jüngsten Dienstversammlung werden Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Linden geehrt und befördert.

Übernahme in schwierigen Zeiten

  • VonConstantin Hoppe
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Linden (con). Die Lindener Feuerwehr hat wieder einen gewählten Stadtbrandinspektor - am Montag wurde Dr. Alexander Weiß im Rahmen einer Dienstversammlung beider Lindener Freiwilligen Feuerwehren mit 49 von 50 Stimmen in sein Amt gewählt. Dieses führt er bereits seit einem knappen halben Jahr: Nach dem überraschenden Tod seines Bruders Sebastian Weiß im vergangenen November war er vom Magistrat der Stadt in das Amt berufen worden.

Die Zeit hat er genutzt, um sich mit den Arbeiten als Stadtbrandinspektor auseinanderzusetzen: »Ich hatte Bedenken, dass ich diese Position und meinen Beruf nicht gemeinsam bewältigen kann«, sagte er am Montag zu den Gründen, sich nicht bereits früher zur Wahl zu stellen. »Doch mittlerweile konnte ich meine Arbeitszeit etwas reduzieren, und so kann ich es schaffen.« Mit seiner Wahl sieht er sich nun auch von seine Kameraden legitimiert: »Ich freue mich schon darauf, gemeinsam mit euch die Zukunft der Feuerwehr zu gestalten.«

33 der 121 Einsätze waren Fehlalarme

Damit übernimmt er das Amt des Stadtbrandinspektors nach einem besonders schwierigen Jahr: Die Coronapandemie und der Tod von Sebastian Weiß machten den Einsatzabteilungen stark zu schaffen. Durch den Teil-Lockdown mussten Präsenzveranstaltungen und viele Ausbildungen ausfallen - trotzdem musste die Einsatzbereitschaft immer aufrechterhalten werden. »Jeder Einzelne musste dabei ein hohes Maß an Selbstdisziplin aufbringen und gleichzeitig wurde die Arbeit etwa durch das Tragen des Mund-Nase-Schutzes erheblich erschwert«, erklärte der Stadtbrandinspektor in seinem Jahresbericht. Insgesamt 121 Mal mussten die Einsatzabteilungen im Jahr 2020 ausrücken, mit 60 Alarmierungen machten Hilfeleistungen fast genau die Hälfte der Einsätze aus. Die Zahl der Brände beläuft sich auf 28; dazu kamen 33 Fehlalarme. Bei den Einsätzen konnten 13 Personen gerettet werden - für vier kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Eine positive Entwicklung machte die Zahl der Mitglieder in den Einsatzabteilungen: Diese stieg im Jahr 2020 leicht von 81 auf 86. Dazu kommen 35 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr (-1) und elf Kinder in der Mini-Wehr (-5). Ebenfalls leicht gestiegen ist die Zahl der Atemschutzgeräteträger in Linden auf aktuell 43. Damit haben genau 50 Prozent der aktiven Feuerwehrkräfte die entsprechende Ausbildung. Das sei eine gute Quote, meinte Weiß, doch es müsse noch mehr getan werden: »Möglichst jeder geeignete Feuerwehrangehörige sollte diese Ausbildung erhalten«, sagte er.

Bei der Entwicklung der Fahrzeuge konnte im vergangenen Jahr die gemeinsame Beschaffung eines neuen Mannschafttransportfahrzeugs mit der Stadt Lollar abgeschlossen werden, zudem wurde das »LF-KatS Bund«, das dem Dekon-Zug zugeordnet ist, in Leihgestern stationiert. Auch wird vermutlich im Frühjahr 2022 ein neues Staffellöschfahrzeug nach Leihgestern kommen, das das dortige mittlerweile 26 Jahre alte Tanklöschfahrzeug ersetzen soll.

Außerdem standen auch einige Beförderungen an: Niklas Brach, Alexander Einecke und Jonas Marschall wurden zu Feuerwehrmann-Anwärtern ernannt, Paula Richardt zur Feuerwehrmann-Anwärterin. Steffen Kremer wurde zum Hauptfeuerwehrmann ernannt, Katharina Mohr zur Hauptfeuerwehrfrau. Der neugewählte Stadtbrandinspektor wurde in den Rang eines Hauptlöschmeisters befördert, sein Stellvertreter Marc Bausch zum Oberbrandmeister.

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