Die Altvatermusikanten spielen in der Volkshalle zum Tanz auf. FOTO: CON
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Die Altvatermusikanten spielen in der Volkshalle zum Tanz auf. FOTO: CON

Tanz mit Blick auf den Altvater

  • vonConstantin Hoppe
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Linden(con). Auch heute noch ist der Altvater (tschechisch Praded) - der mit 1492 Metern höchste Berg im Mährisch-Schlesischen Altvatergebirge - für viele Menschen ein Symbol für ihre Herkunft. "1946 sind wir von dort wegtransportiert worden - in eine für uns zunächst fremde Welt. Die Sprache war die Gleiche, aber die Dialekte nicht", erinnerte sich Roland Jankofsky, Vorsitzender der Ortsgruppe Kleinlinden/Leihgestern des Bunds der Vertriebenen (BdV). Zum 56. Mal lud die Ortsgruppe zu ihrem traditionellen Altvaterball in die Volkshalle Leihgestern ein.

Wie schon in den vergangenen Jahrzehnten nutzten viele Besucher die Gelegenheit, um sich in an ihre alte Heimat zu erinnern. Der Altvaterball - das traditionelle Treffen der Heimatvertriebenen und die letzte Veranstaltung ihrer Art im heimischen Raum - trägt viel zur Erinnerungskultur bei. "Wir haben uns hier eingerichtet, haben mitgeholfen das damals zerstörte Deutschland wieder aufzubauen - das ist jetzt schon über 70 Jahre her", sagte Jankofsky. "Aber wir wollen unsere Heimat nicht vergessen und schon gar nicht verleugnen." Auch wenn das Interesse an der Erinnerung längst nicht mehr so groß ist wie früher, und die Besucher jedes Jahr etwas weniger werden. "Aber wenn man sieht, wie sich die Besucher hier freuen und miteinander reden, dann sieht man, für was wir das hier machen", sagte Jankofsky.

Wieder wurde in der Volkshalle vor der Kulisse des Altvaters auf der Bühne viel getanzt. Für die stimmungsvolle musikalische Untermalung des Balls sorgten die Altvatermusikanten. Und wie immer war das Highlight für die rund 200 Gäste der Mondscheinwalzer, der um Mitternacht erklang.

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