Kommunalwahl im Kreis Gießen

Wahl des Stadtparlaments in Linden: Spannende Koalitionsfrage

  • vonStefan Schaal
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In Linden deuten sich spannende Koalitionsverhandlungen an, denn der Stimmen-Verlust der CDU fällt wohl deutlich moderater aus als zunächst erwartet. Die Freien Wähler könnten das Zünglein an der Waage spielen.

Linden (srs). Spannende Koalitionsverhandlungen deuten sich in den kommenden Tagen in Linden an. Denn während der Trend am Wahlsonntag noch den Schluss ziehen ließ, dass Grüne, SPD und FDP ein Bündnis schließen könnten, sah es am Dienstag nicht mehr danach aus.

Nach Auszählung der Stimmen in 13 der 14 Wahllokale hat die CDU im Vergleich zu den Kommunalwahlen 2016 zwar Stimmen verloren, allerdings wesentlich moderater als zunächst erwartet.

Die Christdemokraten lagen am Dienstag bei 35,21 Prozent, sie hätten demnach 13 der 37 Sitze im Stadtparlament. Im Falle einer Koalition mit den Freien Wählern (12,15 Prozent), zu denen es in den vergangenen Monaten Annäherungen bei Abstimmungen in der Stadtverordnetenversammlung gab, kämen sie - Stand Dienstagabend - auf 17 Sitze und somit zu keiner Mehrheit.

Doch auch Grüne (21,75 Prozent), SPD (18,49 Prozent) und FDP (5,34 Prozent) kämen nur auf 17 Sitze. Die Freien Wähler könnten das Zünglein an der Waage spielen.

Ergebnis am Mittwoch erwartet

Freilich handelt es sich dabei um eine Wasserstandsmeldung - allerdings mit mehr Aussagekraft als das Trendergebnis am Sonntag. Inzwischen fehlen nur noch die Stimmen aus einem Briefwahlbezirk in Leihgestern. Das Ergebnis ist am Mittwochmorgen zu erwarten, erklärte Wahlleiter Tim Schneider und bat um Verständnis. Wesentlich mehr Briefwähler als sonst hätten vor dem Hintergrund der Pandemie ihre Stimmen abgegeben. »Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit.«

In zwölf der 14 Wahllokale hat die CDU die meisten Stimmen erhalten. Nur in einem Wahlbezirk in der Volkshalle haben die Grünen die Christdemokraten überflügelt. Im Wahllokal in der Wiesengrundschule musste die SPD ein für sie historisch niedriges Ergebnis von 9,37 Prozent hinnehmen.

Inzwischen steht so gut wie fest, dass sieben Parteien im Stadtparlament vertreten sein werden. Die AfD mit 3,13 Prozent und die Linke mit 3,94 Prozent ziehen nach Auszählung in 13 der 14 Wahllokale erstmals in die Stadtverordnetenversammlung ein, erlangen demnach jeweils einen Sitz.

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