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Rege Beteiligung beim jüngsten Bürger-Workshop.

Wie sieht Linden im Jahr 2036 aus?

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Linden (con). Wie sich Linden bis zum Jahr 2036 entwickeln wird, kann sicherlich niemand genau vorhersagen. Doch trotzdem kann man schon jetzt die Weichen stellen, die Zukunft in der Stadt auf die richtigen Gleise zu lenken. Nach einer Bürgerinformationsveranstaltung und einem ersten Bürger-Workshop zum ISEK-Programm "Linden 2036" stand am Montag der nächste Workshop in den Ratsstuben an.

Seit dem ersten Workshop fand unter anderem auch eine Online-Befragung der Teilnehmer statt, deren Auswertung nun von Stadtplaner Marco Link präsentiert wurde: Während im Stadtgebiet vieles bereits gut laufe - beispielsweise sei die Versorgung mit Lebensmittelhändlern überwiegend mit "Gut" bis "Sehr gut" bewertet worden - so gebe es auch einige Themen, die den Bürgern unter den Nägeln brennen würden.

Streitpunkt Sudetenstraße

Dabei sei besonders eines ein Dauerthema: der Verkehr. Der Durchgangsverkehr, insbesondere der Schwerlastverkehr und der damit einhergehende Lärm, werde von vielen bemängelt. Aber auch fehlende Fuß- bzw. Radwegeverbindungen, die unzureichende bauliche Trennung zwischen Wohnbau- und Gewerbeflächen und der hohe Stellplatzdruck stellten sich als Probleme für die Teilnehmer dar.

Für Verwunderung sorgte zudem die Auskunft, dass auch der Bereich "Versorgung mit Spielplätzen und Betreuungseinrichtungen" eine sehr gute Bewertung erhielt - sind die Betreuungsplätze in der Stadt derzeit doch sehr rar gesät und längst nicht mehr ausreichend. Das lag vermutlich an der zusammengefassten Frage: Denn während das Spielplatzangebot durchweg mit sehr gut bewertet ist, sehen die Bürger das bei den Betreuungseinrichtungen anders.

Und auch das geplante Bauprojekt in der Sudetenstraße beschäftigte die Workshop-Teilnehmer: Denn in der neuen Karte für das Planungskonzept erscheint das Gebiet - das war vorher nicht der Fall. "Wir bekommen natürlich mit, welche Themen derzeit aktuell sind und nehmen diese in die Planungen auf", erklärte Link. Insbesondere, wenn es sich dabei um Flächen zur Innenverdichtung handelt. Das führte jedoch zu einer längeren Diskussion mit den Gegnern des Projekts - bis einem Bürger der Kragen platzte: "Es geht heute doch nicht um die Sudetenstraße, sondern um etwas ganz anderes!"

Ziel des Workshops war es aber letztlich, die wichtigsten Punkte zur Verbesserung aus Sicht der Bürger zu erfahren: Deshalb wurden Priorisierungslisten ausgeteilt, um wichtige Projekte zu beurteilen: So sehen die meisten anwesenden Bürger die Verbesserung der Kinderbetreuungssituation als sehr bedeutend an, auch dem Erhalt der Freizeitinfrastruktur wird ein hoher Stellenwert beigemessen. Daneben sprachen sich viele für die Verbesserung der Aufenthaltsqualität und eine bessere Gestaltung sowie Erhaltung von Grünflächen und Parks aus.

Als Endergebnis der Workshops soll bis Ende des Jahres ein stadtplanerisches Konzept entstehen, mit dem die Stadt die Möglichkeit hat, sich für Fördermittel zu bewerben, und das als Leitfaden für die Projekte der Zukunft dienen kann.

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