Sieben Wochen Japan »ganz anders«

Linden (agl). »Japan pur« sei es gewesen, eine ganz andere Reise als ihre acht vorigen in das Land der aufgehenden Sonne.

Michaela Freund, Tochter des Gründers der Deutsch-Japanischen Gesellschaft (DJG) Linden-Warabi, Günter Weiß, und selbst seit vielen Jahren für die Freundschaft zwischen beiden Ländern engagiert, blickt auf eine einzigartige Reise zurück. »Leider war ich nur sieben Wochen da«, lacht die gebürtige Lindenerin, die heute in den Niederlanden lebt, sich aber weiter in Linden bei der DJG engagiert.. Ehrenbürgermeister Dr. Ulrich Lenz hatte sie für den Deutsch-Japanischen-Freundschaftspreis vorgeschlagen, den die Robert-Bosch-Stiftung 2011 ausgelobt hatte. Freund erhielt den Preis und verbunden damit einen Flug nach Japan und zurück. Diese Würdigung nutzte sie für eine Reise von Ende September bis Mitte November, die ihr ganz unterschiedliche Facetten des Landes offenbarten.

Im Jahre 1979 war Michaela Freund erstmals dort. Da ihr Vater die Partnerschaft zwischen Linden und Warabi ins Leben gerufen hatte, war der intensive Kontakt mit Japan folgerichtig. »Wir hatten immer Japaner im Haus«, erzählt Freund im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung. Dreimal leitete sie den Jugendaustausch von Stadt Linden und DJG, im vergangenen Jahr organisierte sie eine Reise der Erwachsenen.

Nach dem verheerenden Tsunami überreichte sie die rund 80 000 Euro, die in Linden für die Opfer der Naturkatastrophe gesammelt worden waren.

Die Reise, die Freund nun im Herbst unternommen hat, ließ sie intensiv das japanische Leben, aber auch das Alleinsein in der Natur, das Meditieren im Tempel und das Kulturleben in der Weltmetropole Tokio erleben. »Es gab kein einziges negatives Erlebnis«, blickt die gebürtige Lindenerin zurück.

Erste Station war die Partnerstadt Warabi, ehe sich die Touristin nach Kyushu im Süden aufmachte. Danach flog sie auf eine kleine Insel noch weiter im Süden. Drei Tage blieb sie dort, was sie »japanisch reisen« nennt – in Anlehnung an die Gewohnheit japanischer Touristen, eher kurz zu bleiben.

Die Japan-Expertin steuerte erneut Warabi an, ehe sie sich nach Yamugata aufmachte und dort Freunde besuchte. Sie blieb zehn Tage, drei davon in einem Tempel. Dort meditierte die Lindenerin. Shikoku und Tokio waren ebenfalls Ziele dieser außergewöhnlichen Reise. Ein besonderes Erlebnis stellte zudem die Wanderung auf einer alten Handelsstraße zwischen der Hauptstadt und Kyoto dar. Fünf Tage war Freund unterwegs, übernachtete in alten Hotels – ein nostalgischer Teil der Japan-Reise. Eine abwechslungsreiche Landschaft wartete auf die Wanderin, die Reisfelder und Bambuswälder passierte.

Den Abschluss des »ganz anderen« Japan-Aufenthaltes bildete die Station Ise. Dort weilte Michaela Freund gerade, als der höchste Shinto-Schrein Japans gerade neu gebaut wurde. Dies geschieht alle 20 Jahre. Wann geht es wieder nach Japan? »Am liebsten morgen«, sagt die Preisträgerin.

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