Der Lückebach wird seit 1994 renaturiert. Nun sollen zwei Gewässer für Amphibien angelegt werden. FOTO: CON
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Der Lückebach wird seit 1994 renaturiert. Nun sollen zwei Gewässer für Amphibien angelegt werden. FOTO: CON

Selbst die Störche sind zurück

  • vonConstantin Hoppe
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1994 begann die Renaturierung des Lückebachs zwischen Linden und Pohlheim. 25 Jahre später sind auch die Störche zurückgekehrt. Nun gibt es Pläne für Amphibiengewässer sowie ein weiteres Naturschutzgebiet.

Die Störche sind zurück am Lückebach: Aktuell stellt sich die "Lückebachaue" zwischen Watzenborn-Steinberg und Leihgestern als ein naturnahe und urwüchsige Bachauenlandschaft dar, in der Amphibien, Vögel und Libellen einen Lebensraum finden.

Aber das war nicht immer so: Auf der Grundlage eines Rahmenkonzeptes zur Renaturierung des Lückebaches, das im Jahr 1994 durch die Obere Wasserbehörde des Regierungspräsidiums Gießen initiiert wurde, ist der Lückebach in den vergangenen zwei Jahrzehnten nahezu in seiner gesamten Länge wieder in einen natürlichen Zustand versetzt worden. Erst in diesem Jahr fanden sich wieder zwei Storchpaare auf den eigens aufgestellten Nestern in Leihgestern ein, um dort ihre Brut aufzuziehen.

"Ich hatte es schon fast aufgegeben, dass die Nester noch einmal besetzt werden", berichtete Bürgermeister Jörg König bei einer Ortsbegehung in der Lückebachaue. "Und ohne die vor Jahren unter Bürgermeister Ulrich Lenz begonnenen Renaturierungsmaßnahmen hatten sich hier nie Störche angesiedelt."

"Die Renaturierung hat hier wirklich sehr gut funktioniert", befand Revierförster Jörg Sennstock. Bei den bislang erfolgten Maßnahmen soll es nicht bleiben: "Wir wollen entlang des Lückebachs zwei kleine, stille Gewässer anlegen - diese sollen als Lebensraum für Amphibien und Insekten dienen", erklärte dazu Sennstock. "Solche Wasserangebote werden jedes Jahr wichtiger."

Eines davon soll zwischen Leihgestern und Watzenborn-Steinberg entstehen, das zweite auf der anderen Seite der Landesstraße zwischen Leihgestern und Großen-Linden. Beide kleinen Wasserlöcher sollen dabei keinen Zugang zum Lückebach haben - das bedeutet auch, dass sie in sehr trockenen Jahren austrocknen könnten. "Auch unter den aktuellen schwierigen Bedingungen hat das Wasser so lange gehalten, dass es für Amphibien reicht - bei Libellen ist es etwas schwieriger", berichtete Sennstock.

Durch die beiden Wasserstellen könnte das Nahrungsangebot für Störche entlang des Lückebachs verbessert werden. Dass diese im Sommer austrocknen, hat einen Vorteil: So könnte vermieden werden, dass sich Fische darin ansiedeln. "Fischlaich könnte sonst unter Umständen von Enten eingetragen werden - oder wahrscheinlicher: Fische könnten ausgesetzt werden."

Aber nicht nur diese Nachricht erwartete die Teilnehmer am Mittwoch: Entlang des Lückebachs soll auch ein weiteres Naturschutzgebiet eingerichtet werden. Das neue Gebiet soll hinter dem Vereinsgelände des Schäferhundevereins Leihgestern entstehen.

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