Wird oft illegal als Abkürzung genutzt: Der Feldweg zwischen dem neuen Bahnviadukt und dem Mühlberg ist nur für land- und forstwirtschaftlichen Verkehr freigegeben. FOTO: CON
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Wird oft illegal als Abkürzung genutzt: Der Feldweg zwischen dem neuen Bahnviadukt und dem Mühlberg ist nur für land- und forstwirtschaftlichen Verkehr freigegeben. FOTO: CON

Dichter Verkehr

"Promillewege" rund um Linden werden stärker kontrolliert

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
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Ob zum Gassigehen mit den Hunden oder als Abkürzung: Immer wieder ignorieren Autofahrer die Sperrung von Feldwegen. Die Stadt Linden will nun stärker kontrollieren.

Es gibt sie überall im Landkreis: die sogenannten Promillewege. Der Name kommt daher, dass sie gerne von Fahrern benutzt werden, die ein bis elf Bier zu viel haben und versuchen, unauffällig in ihren Heimatort zurückzukommen. Wobei auch die Polizei diese Wege kennt und dort durchaus kontrolliert.

Nicht jeder Weg durchs Feld ist unbedingt ein Feldweg: Es gibt Wege, die als Ortsverbindungen offiziell befahren werden dürfen. Beispiele sind die Straßen zwischen Espa und Cleeberg oder Laubach und Röthges. Dann gibt es aber auch Feldwege, die deutlich mit einem Verkehrszeichen gekennzeichnet gesperrt sind. In der Regel steht darunter "Land- und forstwirtschaftlicher Verkehr frei". Prominentestes Exemplar ist der Branntweinweg bei Espa.

Ortsverbindungswege nicht betroffen

Feldwege dienen dazu - wie es der Name schon sagt -, Felder zu erreichen. Sie sind darum vor allen Dingen für Landwirte gebaut worden. Vielerorts wurden sie durch die Jagdgenossenschaft, in der die Bauern als Landbesitzer zwangsweise Mitglied sind, auch bezahlt. Dass Spaziergänger, Gassigeher und Radler gerade die asphaltierten und betonierten Wege gerne benutzen, ist verständlich und erlaubt. Autos haben dort allerdings nichts verloren.

Viel Einsicht

In Linden hatten sich in letzter Zeit die Beschwerden über den Verkehr auf den Feldwegen gehäuft. Das Ordnungsamt ließ darum eine Streife des Freiwilligen Polizeidienstes kontrollieren. "Bei der Kontrolle wurden elf Fahrzeugführer auf ihr Fehlverhalten aufmerksam gemacht und zudem Ordnungswidrigkeitsanzeigen gefertigt", sagte Bürgermeister Jörg König. Die meisten Autofahrer hätten sich einsichtig gezeigt. Klar - denn der Sachverhalt ist eindeutig und gehört zum Grundwissen, wenn man einen Führerschein erwerben möchte.

Der Zusatz "Landwirtschaftlicher Verkehr frei" bedeutet übrigens nicht, dass dort nur Traktoren erlaubt sind. "Ein Landwirt muss den Weg nicht zwingend mit einem Traktor befahren, wenn er den Zustand seiner einzelnen Felder überprüfen möchte", teilt die Stadt Linden mit. Jedoch: "Die Nutzung der Wege muss im Zusammenhang mit einer landwirtschaftlichen Bewirtschaftung stehen." Der verstärkte Konsum von verbrauter Gerste zählt ebenso nicht zu einer landwirtschaftlichen Bewirtschaftung, wie das Ziel, den Wagen unterwegs abzustellen und mit oder ohne Hund spazieren zu gehen. "Auch die Nutzung eines Ziergartens ist keine landwirtschaftliche Bewirtschaftung", stellt die Stadt Linden klar.

Wer einen Blumenkasten hat, ist noch lange kein Landwirt

Die heimische Kakteenzucht berechtigt also nicht dazu, sich als Landwirt zu fühlen und über gesperrte Feldwege zu fahren.

In den vergangenen Monaten sind vor allen Dingen das neue Viadukt in Verlängerung Richtung Mühlberg, der Wirtschaftsweg an der Autobahn 485 und die Verlängerung des Feldwegs zum Obersteinberg besonders oft von unberechtigten Fahrzeugen benutzt worden. Die Stadt Linden kündigte an, dort - aber auch auf den anderen Feldwegen - regelmäßig zu kontrollieren.

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