Regierungspräsident Christoph Ullrich (2. v. l.) überreicht den Bescheid an Jörg König (3. v. l.). Mit dabei sind RP-Abteilungsleiterin Karin Ohm-Winter (l.), ZMW-Geschäftsführer Karl-Heinz Schäfer (3. v. r.) sowie die RP-Mitarbeiter Daniela Hildebrand und Bernd Nebel. FOTO: PM
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Regierungspräsident Christoph Ullrich (2. v. l.) überreicht den Bescheid an Jörg König (3. v. l.). Mit dabei sind RP-Abteilungsleiterin Karin Ohm-Winter (l.), ZMW-Geschäftsführer Karl-Heinz Schäfer (3. v. r.) sowie die RP-Mitarbeiter Daniela Hildebrand und Bernd Nebel. FOTO: PM

Projekt mit Pilotcharakter

  • vonred Redaktion
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Linden(pm). Wenn es stark regnet, kommen Abwasserkanäle und Kläranlagen schnell an ihre Grenzen. Da ist es nicht ungewöhnlich, dass verdünntes Abwasser in Bäche und Flüsse eingeleitet wird. Doch was ist, wenn die Qualität des Gewässers darunter leidet? Dann gilt es, zu handeln. So wie in Linden. Im Bereich zwischen Wiesengrundschule und Kuhn-Center plant der Wasserverband Kleebach, ein Regenüberlaufbecken mit nachgeschaltetem Regenrückhaltebecken zu bauen.

Fast 4,7 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. "Das ist ein großes Projekt. Es kostet nicht umsonst so viel Geld", betont Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich. Er überreichte einen Zuwendungsbescheid über rund 1,34 Millionen Euro, denn das Land fördert die Maßnahme.

Darüber freute sich Jörg König, Verbandsvorsteher des Wasserverbandes Kleebach und zugleich Bürgermeister der Stadt Linden, ebenso wie Karl-Heinz Schäfer. Er ist der Geschäftsführer des Zweckverbandes Mittelhessische Wasserwerke mit Sitz in Gießen, dem wiederum die Geschäftsführung des Wasserverbandes Kleebach obliegt.

Der Wasserkörper Kleebach, zu dem neben dem Kleebach auch dessen Nebengewässer gehören, weist über weite Strecken erhebliche Defizite auf. Dabei sind es insbesondere der Schafbach und der nachfolgende Lückebach, die Sorgen bereiten - und das nicht erst seit gestern. "Der Abschnitt wurde bereits umfangreich renaturiert, aber die biologische Gewässerqualität hat sich nicht deutlich verbessert. Sie ist unabhängig von Starkregenereignissen nur mäßig und entspricht stellenweise nicht dem guten ökologischen Zustand, wie ihn die europäische Wasserrahmenrichtlinie fordert", berichtet Daniela Hildebrand, stellvertretende Leiterin des RP-Dezernats für kommunales Abwasser und Gewässergüte. Ein Grund: Zwei Abwassereinleitungen aus dem Kanalnetz der Stadt Linden belasten den Schafbach und damit auch die nachfolgenden Gewässer besonders. Das haben umfangreiche Untersuchungen ergeben.

"Allein der Bearbeitungszeitraum von 2012 bis 2019 zeigt, wie anspruchsvoll und komplex diese Untersuchungen waren", ergänzt RP-Mitarbeiter Bernd Nebel. "Das Projekt hat hinsichtlich seines Umfangs, seiner Komplexität und der Vorgehensweise Pilotcharakter."

Weitere Vorhaben sollen folgen

Jetzt gilt es, dafür zu sorgen, dass weniger Abwasser in den Schafbach und damit in die nachfolgenden Gewässer eingeleitet wird. Genau dafür soll der Bau des Regenüberlaufbeckens mit nachgeschaltetem Regenrückhaltebecken sorgen. Es wird übrigens nicht die einzige Baumaßnahme bleiben. Der Wasserverband Kleebach und das RP haben vorgesehen, dass weitere folgen sollen.

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