+
Von Gemeinschaftspastor Martin Grebe wird hier Andrea Brückel getauft. Daniela Horn und Joshua Thies verfolgen die Zeremonie, bevor sie selbst getauft werden.

"Positionierung auf der Seite Jesu"

  • schließen

Linden (se). Ein Gottesdienst mit einem ungewöhnlichen Abschluss: Für den vergangenen Sonntag hatte die "Stadtmission Linden - Evangelische Christusgemeinde" zu einem Gottesdienst in das Gemeindehaus eingeladen, an dessen Ende eine Erwachsenentaufe stand. Mit Andrea Brückel, Daniela Horn und Joshua Thies ließen sich durch den Gemeinschaftspastor Martin Grebe drei junge Erwachsene taufen. Die Taufe fand in einem auf dem Gelände der Stadtmission aufgestellten Swimmingpool statt.

Im Rahmen des von Gemeindeleiter Michael Schmidt und Pastor Grebe geleiteten Gottesdienstes erklärten die erwachsenen Täuflinge ihre Gründe für diesen Schritt. "Der Taufe geht eine aktive Entscheidung voraus", berichtet Andrea Brückel. Für Joshua Thies ist "die Taufe eine klare Positionierung auf der Seite von Jesus Christus. Es ist eine bewusste Entscheidung. Die Taufe ist ein Neustart in mein Leben mit Jesus." Der 18-Jährige freute sich besonders darüber, dass seine "Oma sogar aus der Reha angereist" war, um am großen Tag ihres Enkels dabei zu sein.

Für Daniela Horn war die Taufe irgendwie selbstverständlich. "Ich bin eine gebürtige Leihgesternerin und habe der Gemeinde viel zu verdanken", erklärte sie. Die junge Frau hat auch Erfahrung in der Jugendarbeit der Stadtmission gesammelt. "Ich werde mich gern taufen lassen", bekannte sie.

Während die Erwachsenentaufe in der katholischen oder evangelischen Kirche eher selten ist, ist sie bei christlichen Gemeinschaften und Freikirchen häufig zu finden. Ihr liegt die Annahme zugrunde, dass ein Säugling sich noch nicht zum Glauben bekennen könne. Auch beim Übertritt aus einer anderen Religion oder vorangegangenem Atheismus kommt die Erwachsenentaufe vor.

Gegen Ende des Gottesdienstes bat Martin Grebe die Besucher in den Garten, stieg selbst in den aufgestellten, großen Pool, bat die drei Täuflingen nacheinander in das Becken und drückte sie mit einem energischen Griff unter Wasser. Dabei bedeckte das nasse Element den gesamten Körper der drei. Nach zwei, drei Sekunden tauchten sie dann wieder auf und konnten frisch getauft das Becken verlassen.

Nicht nur bei den Täuflingen selbst, sondern auch bei den Gottesdienstbesuchern hinterließ dieses Sakrament einen nachhaltigen Eindruck.

"Was der Körper macht, macht auch die Seele mit", versinnbildlichte Andrea Brückel diese in unseren Breiten ungewöhnliche Taufhandlung.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare