Eröffnung (v. l.): Bürgermeister Jörg König, Christina Bräutigam und AWO-Geschäftsführer Jens Dapper. FOTO: CON
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Eröffnung (v. l.): Bürgermeister Jörg König, Christina Bräutigam und AWO-Geschäftsführer Jens Dapper. FOTO: CON

Platz für fünf kleine Kleebachfrösche

  • vonConstantin Hoppe
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Linden(con). Kinderbetreuungsplätze sind in Linden rar gesät. Deshalb ist die Stadt seit einiger Zeit dabei, eher ungewöhnliche Wege zu gehen. Bereits seit Mai 2019 gibt es die AWO-Betreuungsgruppe "Feldmäuse" in Leihgestern, in der fünf Kinder im Alter zwischen einem und drei Jahren betreut werden. Und seit rund einem Monat sind jetzt auch die "Kleebachfrösche" in Großen-Linden am Start.

Die heutigen Räumlichkeiten in einem Wohnhaus innerhalb einer alten Hofreite in der Frankfurter Straße waren auf den ersten Blick zwar nur bedingt geeignet, da Sanitärräume im Erdgeschoss fehlten. Doch mit Hilfe des Bauhofes konnten pragmatische Lösungen gefunden und die rund 70 Quadratmeter Fläche innerhalb von drei Monaten in eine kindgerechte Wohnung verwandelt werden. Hier haben die Kinder und ihre Kindertagespflegepersonen Marlies Wrona und Soheila Kakavand genügend Platz. Für die Leitung der Einrichtung ist Christina Bräutigam zuständig. Die Betreuung bei den "Kleebachfröschen" findet damit in einem sehr familiären Rahmen von 7.30 bis 15 Uhr statt.

Fünf Betreuungsplätze mag zunächst wenig klingen - doch U3-Kinder schlagen im Betreuungsschlüssel mit 2,5 Punkten auf, sodass die "Kleebachfrösche" 12,5 Betreuungspunkte ausmachen. Verglichen damit hätten fünf Ü3-Kinder gerade einmal fünf Punkte. Eine nicht unerhebliche Entlastung für die Kindertagesstätten im Stadtgebiet.

Die Idee zu den kleinen Kindertagespflegegruppen kam von Simone Müller, der Koordinatorin für Kindertagesstätten in Linden. Sie kannte das Modell aus dem Lahn-Dill-Kreis, wo es schon länger von der AWO vorangetrieben wird. Und auch für den Kreis Gießen fand man mit der AWO Gießen einen starken Partner: Denn neben den beiden Gruppen in Linden sind mittlerweile auch zwei weitere Pflegegruppen in Biebertal entstanden. "In vielen Kommunen wird derzeit über die Kita-Plätze nachgedacht - so eine Betreuung wie hier könnte da eine Lösung sein", meinte Lindens Bürgermeister Jörg König zur offiziellen Eröffnungsfeier am Freitag.

Aber ganz fertig ist die neue Betreuungsstätte noch nicht: Im Innenhof der Hofreite soll in den kommenden Wochen noch ein kleiner Außenbereich entstehen, in dem sich die Kinder dann weiter austoben können.

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