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Planeten sollen Schulwege weisen

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Von: Stefan Schaal

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Hier, an dieser Stelle, könnte bald eine mobile Ampelanlage im Rahmen eines Verkehrsversuchs stehen. Neben Grundschülern dürften sich darüber auch Familien freuen, deren Kinder die Kita »Die Mäuschen« (im Hintergrund links) besuchen. © Stefan Schaal

Linden (srs). Ab kommenden Monat dürften neue Schilder, auf denen Planeten wie Merkur, Mars und Saturn abgebildet sind, das Stadtbild in Linden prägen. Sie richten sich an Kinder und sollen ihnen im Rahmen eines kreisweit einzigartigen Projekts den Weg zu den beiden Lindener Grundschulen weisen.

Ziel ist, Familien zu motivieren, dass sie auf das Elterntaxi verzichten und Kinder die Grundschulen zu Fuß besuchen. »Wir hoffen, dass die Kinder ihre Eltern erziehen und sagen: Wir wollen zur Schule laufen«, sagt Karla Sell, Stadtverordnete der Grünen, die das Projekt maßgeblich initiiert hat.

Sell hat das Vorhaben am Dienstag im Lindener Sozialausschuss vorgestellt und stieß auf breite Zustimmung. Dabei erhielt auch der Plan, im Rahmen des Projekts zunächst versuchsweise zwei neue Ampeln an verkehrsreichen Straßen in Linden aufzustellen, um für mehr Sicherheit auf den Schulwegen zu sorgen, auf ein positives Echo.

Die Ampelanlagen sind an der Wilhelmstraße auf Höhe der Heergasse und der Theodor-Heuss-Straße sowie an der Frankfurter Straße nahe der Fronhofstraße angedacht. Vor allem mit einer Ampel an der Frankfurter Straße würde man mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen, da nahe der Stelle die Kita »Die Mäuschen« direkt an der Straße beheimatet ist, mit einem äußerst schmalen Bordstein vor der Einrichtung. Seit Jahren wird dort nach Möglichkeiten gesucht, etwas gegen die gefährliche Verkehrslage zu unternehmen.

Unklar ist noch, ob der Verkehrsversuch mit den beiden mobilen Ampelanlagen für ein ganzes oder ein halbes Jahr durchgeführt werden soll. Man befinde sich noch in der Abstimmung, erklärt Tim Schneider, der Leiter des Ordnungsamts, auf Nachfrage. Auch zu einem möglichen Zeitpunkt der Aufstellung der Ampeln könne er daher noch nichts sagen.

Ein Verkehrsversuch für ein ganzes Jahr würde 13 000 Euro kosten. Sell bringt als Idee ein, die Kosten mit nur einer halbjährigen Dauer des Versuchs zu reduzieren. Sell hat in den vergangenen Monaten unter anderem mit der Stadtverwaltung und der Kreis-Straßenverkehrsbehörde korrespondiert, hat die Elternbeiräte sowie die Leiterinnen der Burg- und der Wiesengrundschule involviert, die Schulleiterinnen haben schließlich auch die Installierung der Ampeln bei der Stadt beantragt.

An den Eingängen der beiden Grundschulen werden unterdessen bald große Sonnen zu sehen sein. Die neuen Schilder sollen das Sonnensystem und die Nähe der Planeten zur Sonne symbolisieren. Rund um die Burg- und die Wiesengrundschule werden daher beispielsweise Schilder mit einer Abbildung des Merkurs, des nächsten Planeten zur Sonne, zu sehen sein, in etwas weiterer Entfernung dann Schilder mit der Venus. Die Kiner sollen auf diese Weise mehrere konkrete Wege von Neptun bis zur Sonne ablaufen können. Sie sollen immer auch gleich das nächste Schild sehen können, um nicht die Orientierung zu verlieren. Die Planeten auf den Schildern wurden von Lindener Grundschulkindern gemalt.

Alle Lindener Grundschüler sollen faltbare bunte Pläne erhalten, auf denen die beschilderten Schulwege abgebildet sind sowie die Planeten in kindgerechter Sprache erklärt werden und die sie in ihren Schulranzen packen können.

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