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Freude zur Eröffnungsfeier: Friedrich von Fuchs (sitzend) unterstützt die neue Betreuungsgruppe mit einer originellen Spende.

Ein Pflegenest für "Feldmäuse"

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Linden (con). Kinderbetreuungsplätze sind derzeit rar gesät in Linden - auch das Scheitern der geplanten Bauernhof-Kindertagesstätte sorgt für einige Engpässe im Hinblick auf die Kinderbetreuung in der Stadt. Doch bereits im Mai startete ein neues Projekt gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Gießen, das zumindest für eine geringe Belastung sorgt: Eine U3-Kindertagespflegegruppe. Am Dienstagnachmittag wurde die Einweihung der neuen Betreuungsgruppe gefeiert: Bei den "Feldmäusen" werden seit Mai Kinder betreut.

Fünf Kinder unter drei Jahren werden in dieser Gruppe von einer Fachkraft in Vollzeit betreut - das ist Monika Frede. Zur Unterstützung gibt es auch noch eine Teilzeitkraft. Die Leitung der Kindertagespflegegruppe obliegt Christina Bräutigam von der AWO Gießen. Die fünf Betreuungsplätze erscheinen erst einmal wenig - doch U3-Kinder schlagen im Betreuungsschlüssel mit 2,5 Punkten auf. Das bedeutet, dass fünf U3- Kinder insgesamt 12,5 Betreuungspunkte ausmachen. Verglichen damit hätten fünf Ü3-Kinder gerade einmal fünf Punkte. Eine nicht unerhebliche Entlastung für die Kindertagesstätten im Stadtgebiet. Mittlerweile laufen auch die Planungen für eine ähnliche Gruppe in Großen-Linden. Zu verdanken hat die Stadt diese Idee einer Mitarbeiterin: Simone Müller, die Koordinatorin für Kindertagesstätten, hat das Projekt innerhalb der Verwaltung vorangetrieben. Sie kannte das Modell aus dem Lahn-Dill-Kreis, wo es schon länger von der AWO betrieben wird.

Mit Kinderbus auf Entdeckungstour

"Deshalb war die dortige AWO auch der erste Ansprechpartner - auch wenn für die Stadt Linden klar war, dass man das Projekt lieber mit der AWO Gießen umsetzen wolle", erläuterte Bürgermeister Jörg König.

So gab es für die Gießener AWO entsprechende Schützenhilfe von den Kollegen aus Wetzlar. Ganz nebenbei ist das Projekt auch etwas kostensparender: "Das hier ist auch kein ›Kindergarten light‹ - die Fachkräfte machen das genauso gut wie in den städtischen Einrichtungen -, aber wir brauchen nicht drumherum zu schaffen, wie das in anderen Tagesstätten ist", sagt König.

Untergebracht ist die neue Betreuungsgruppe im Steinweg in Leihgestern. Dort wurde eine 78 Quadratmeter große Wohnung für die fünf Betreuungsplätze umgebaut. Der Tagesablauf der Gruppe ist identisch mit denen anderer Tagesstätten: gemeinsames Frühstück, Zeit für Aktivitäten und Ausflüge, Mittagsessen und -schlaf und Abholung laufen wie gewohnt. Betreuungszeiten sind von 7.30 bis 15 Uhr. Die "Feldmäuse" haben bereits eine besondere Spende erhalten: Gleich zu Beginn spendete Friedrich von Fuchs einen kleinen "Kinderbus", in dem alle Kinder Platz finden können. Mit dem Wagen gehen sie jetzt gemeinsam mit den Betreuern auf Entdeckungstour in der näheren Umgebung. Friedrich von Fuchs war im November auf die Planungen der Stadt und der AWO aufmerksam geworden. Seine Spende sieht er als eine Möglichkeit, etwas an die Kleinen weiterzugeben.

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