Tom Pfeiffer
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Rettungsanker

Tom Pfeiffer aus Linden will Freischaffenden helfen

  • Gabriele Krämer
    vonGabriele Krämer
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Tom Pfeiffer mag es noch nicht richtig glauben. Wenige Stunden erst ist die von ihm konzipierte Online-Plattform "Rettet die Künstler" freigeschaltet, und schon kann er sich vor Anrufen kaum retten.

"Es gibt schon mächtig Feedback von Unterstützerseite": Tom Pfeiffer mag es noch nicht richtig glauben. Wenige Stunden erst ist die von ihm konzipierte Online-Plattform "Rettet die Künstler" freigeschaltet, und schon kann er sich vor Anrufen kaum retten.

Staatliche Hilfen greifen nicht

Mit seiner Initiative möchte der Lindener eine breite Unterstützung für freischaffende Künstler ermöglichen. Der Geschäftsführer des P.O.T. Beratungsteams - unter anderem bekannt durch die Gießener Band "Die Drei Stimmen" und den gemeinnützigen Verein "Drei Stimmen hilft" - möchte Unternehmen und Privatpersonen mit Künstlern in Kontakt bringen, die von den aktuellen Corona-bedingten Verboten besonders betroffen sind.

"Künstler, Fotografen und Musiker können sich auf der Plattform genauso registrieren wie Unternehmen oder Spender jeder Art. Die Kontaktaufnahme erfolgt telefonisch, wir stellen manuell einen Kontakt zwischen Unterstützer und Künstler her", erklärt Pfeiffer. Er selbst kenne viele Selbstständige aus dem Kulturbereich, "die von den staatlichen Hilfen teilweise ausgeklammert sind. Der klassische Selbstständige hat es derzeit sehr, sehr schwer", vor allem, nachdem alle Großveranstaltungen von der Bundesregierung bis zum 31. August untersagt wurden.

Null Termine bis zum Jahresende

Pfeiffer: "Wir alle freuen uns auf Firmenfeiern oder anderen kulturellen Veranstaltungen über die Künstler, die unser Leben bereichern - unterstützen wir sie nun!" Die von staatlicher Seite zugesagte Hilfe sei aller Ehren wert, allerdings fielen "One Man Shows" durch sämtliche Maschen: "Für Freischaffenden ist es unmöglich, einfach so ihre monatlichen Kosten darzulegen".

Etliche Musikerkollegen, deren Kalender zunächst prall gefüllt gewesen sei, hätten praktisch von heute auf morgen "null Termine bis Jahresende - das geht an die Substanz". Schwer vorstellbar für Pfeiffer, diese Kollegen und Freunde mit ihren massiven Problemen alleinzulassen - "die lasse ich nicht hängen".

Vorübergehende Anstellung denkbar

Pfeiffers Erfahrung nach verfügen die Selbstständigen über viele Fähigkeiten, die ein Unternehmen nutzen kann. Kenntnisse in der Bildbearbeitung etwa, bei der Recherche, in Fremdsprachen oder als Autoren erweisen sich in dieser Notsituation möglicherweise als eine Chance: "Die Flexibilität, die Belastbarkeit, das Ideenreichtum der Künstler können Unternehmen für neue Projekte nutzen - beispielsweise, um die Firmengeschichte auf neuesten Stand zu bringen." Freischaffende könnten für einige Monate angestellt werden, und das, so Pfeiffer, "kann eine Win-Win-Situation für beide Seiten sein" Info/Kontakt: www.Rettet-die-Kuenstler.de).

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