Seit Freitagvormittag weist ein Hinweisschild am Feld von Landwirt Arnold auf das Projekt hin. FOTO: CON
+
Seit Freitagvormittag weist ein Hinweisschild am Feld von Landwirt Arnold auf das Projekt hin. FOTO: CON

Optimale Bedingungen für Rebhühner

  • vonConstantin Hoppe
    schließen

Linden(con). Hat der Landwirt beim Säen einen Streifen vergessen? Oder ist das Saatgut ausgegangen? Immer wieder sieht man derzeit auf Feldern zwischen Gießen, Hüttenberg, Langgöns, Linden und Pohlheim Blühflächen, die unvollständig wirken: Immer wieder finden sich kahle Stellen, die scheinbar nicht bewirtschaftet werden. Aber vergessen wurde hier nichts, alles ist absichtlich so angelegt. Diese sogenannten "Schwarzbrachen" sind Teil des "Feld-Flur-Projektes Gießen Süd".

Ein Jahr nach dem Start des Projekts zogen die Verantwortlichen - die Abteilung für den ländlichen Raum der Landkreise Gießen und Lahn-Dill und das Regierungspräsidium (RP) Gießen - eine erste Bilanz.

Es ist ein windiger Freitagvormittag, an dem sich die Projektbeteiligten in der Nähe des Grillplatzes in Leihgestern treffen. Dort bewirtschaftet Landwirt Alexander Arnold eine Fläche, die er im Rahmen des Projektes zu einem Lebensraum für Rebhühner umgestaltet hat. Nicht aus monetären Gründen, sondern um zu zeigen, dass sich Landwirtschaft und Naturschutz nicht ausschließen müssen.

Ziel des Projektes ist es, dass Arten wie Feldhamster, Feldlerchen oder auch Rebhühner in ihrem Bestand gesichert und gefördert werden. Das Rebhuhn - einst ein typischer Bewohner der Feldflur - ist mittlerweile selten geworden. Doch das derzeit laufende Projekt scheint vielversprechend.

"Die bisherigen Resultate sind erfreulich", sagte Landrätin Anita Schneider. Gerhard Schulze-Velmede vom Dezernat Artenschutz des Regierungspräsidiums Gießen konkretisierte: "Die Kartierung des Rebhuhns innerhalb des Projektgebietes lässt eine Steigerung der Revierpaare gegenüber dem Vorjahr vermuten." Genaue Zahlen dazu könnten aber noch nicht genannt werden - noch laufe das entsprechende Monitoring.

Viele Insekten

Auf den aufbereiteten Flächen finden Rebhühner optimale Lebensbedingungen, wie auch Projektkoordinatorin Vanessa Werner sagt: "Die Flächen bieten viele Insekten - die Hauptnahrung des Rebhuhnnachwuchses - und Schutz vor natürlichen Feinden wie dem Fuchs." Die Tiere benötigen solche Strukturen, die durch den jüngsten Wandel der Landwirtschaft selten geworden sind.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare