Zwei Bewohner des Seniorenzentrums in Linden sind im Zusammenhang mit Corona verstorben.
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Zwei Bewohner des Seniorenzentrums in Linden sind im Zusammenhang mit Corona verstorben.

Seniorenzentrum Linden

Gebeuteltes Pflegeheim im Kreis Gießen: Erneut zwei Todesfälle wegen Corona

  • VonStefan Schaal
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Im Corona-Winter 2020 starb im Seniorenzentrum in Linden (Kreis Gießen) fast ein Viertel der Bewohner. Wie ist die Lage in der Einrichtung heute?

Linden – Das Seniorenzentrum in Linden zählt zu den Einrichtungen im Kreis, die die Pandemie letztes Jahr schwer getroffen hat. 24 der 105 und damit fast ein Viertel der Bewohner sind damals während eines Ausbruchs in dem Heim infolge einer Infektion mit dem Virus gestorben. Nun gab es in dem Pflegeheim in den vergangenen sechs Wochen erneut zwei Todesfälle wegen Corona. Dies berichtet die Leiterin des Pflegeheims, Christa Hofmann-Bremer. In dem Zeitraum habe es insgesamt neun Corona-Fälle in dem Seniorenzentrum gegeben.

Dennoch sei die aktuelle Lage im Vergleich zur Situation vor einem Jahr entspannter. Hofmann-Bremer weigert sich, von »infizierten Bewohnern« zu sprechen. »Es sind Impfdurchbrüche«, entgegnet sie. 97 Prozent der Bewohner seien geimpft, bei den Ausbrüchen gebe es in der Regel keine Symptome. »Wir stellen die Impfdurchbrüche fest, weil wir regelmäßig testen.« Aktuell gebe es einen Corona-Fall.

Besuche in Seniorenzentrum in Linden (Kreis Gießen) trotz Corona-Lage möglich

Gerüchte, wonach Wohnbereiche in Quarantäne stehen oder in den vergangenen Wochen gestanden haben sollen, sind unterdessen falsch. Bewohner können besucht werden, betont Hofmann-Bremer. Man habe sich selbst die Regel gesetzt, ein Besuchsverbot auszusprechen, wenn es bei mehr als 30 Prozent, also bei mehr als neun Bewohnern eines Wohnbereichs gleichzeitig Corona-Fälle gibt. Diese Situation sei in den vergangenen Wochen nicht eingetreten. Kurzzeitig habe es einen Aufnahmestopp für einen Wohnbereich gegeben, dieser sei aber wieder aufgehoben.

»Wir empfehlen, die Besuche zu beschränken«, fügt die Leiterin hinzu. Es solle möglichst nur ein Besucher täglich kommen und im Wochenverlauf bevorzugt die gleiche Person. Jeder Besucher - auch Geimpfte und Genesene -, der einen Wohnbereich mit Impfdurchbrüchen betritt, muss sich einem Schnelltest unterziehen, ein Abnehmen der FFP2-Maske ist nicht gestattet.

Corona im Kreis Gießen: Booster-Impfungen in Pflegeheim in Linden laufen an

Booster-Impfungen sind in dem Pflegeheim in den vergangenen Wochen angelaufen. Derzeit haben 25 Prozent der Bewohner eine Auffrischungsimpfung erhalten. Zum Vergleich: Der Anteil im Johannesstift in Gießen liegt bereits bei 67 Prozent. Die niedrigere Quote sei darauf zurückzuführen, dass im Gegensatz zur Einrichtung in Gießen bei den meisten Bewohnern in Linden die letzte Impfung weniger als sechs Monate zurückliege. (srs)

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