Bernadette Gorsler überreicht Heinz-Lothar Worm alte Inventarlisten. 	 FOTO: NAL
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Bernadette Gorsler überreicht Heinz-Lothar Worm alte Inventarlisten. FOTO: NAL

Neuem Publikum Zugang zu Kulturgut eröffnen

Linden (nal). 70 Jahre alt wird das Hüttenberger Heimatmuseum in Leihgestern, eines der ältesten Museen in der Region. Bis zum 70-Jährigen im Mai 2022 soll das Museum auf dem neuesten Stand sein, deshalb macht sich der ehrenamtliche Museumswärter Dr. Heinz-Lothar Worm nun an die Arbeit der Digitalisierung.

Damit trägt er einem Wunsch der Landesregierung Rechnung, denn das Land unterstützt die Digitalisierung in Museen, denkmalgeschützten Gebäuden und Gärten sowie Archiven. »Digitale Formate können vielen Menschen den Zugang zu Kulturgütern erleichtern oder neu eröffnen«, erklärt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. Digitalisierte Museumsbestände seien unabhängig von Zeit und Raum zugänglich, neue Formate helfen, Zusammenhänge zu erklären.

Bernadette Gorsler vom Hessischen Museumsverband schaute nun im Hüttenberger Heimatmuseum vorbei und überreichte Worm eine Inventarliste aus den 90er Jahren, die seinerzeit Dr. Adelheid Rehbaum-Keller bei der Neukonzeption des Museums angelegt hatte. »Auf dieser lässt sich gut aufbauen«, sagte Worm, dem die Stadt auch einen PC für die Erfassung zur Verfügung stellt.

Auf 180 Quadratmetern sind etwa 500 Ausstellungsstücke in den beiden Geschossen zu sehen. Das Dachgeschoss ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Der große Raum im Untergeschoss zeigt landwirtschaftliche Geräte, darunter eine Egge, verschiedene Pflüge und Joche. Zu den Gegenständen aus dem Haushalt gehören Geschirr aus Zinn und Ton, Steingut, ein Ofen, eine komplette Schüsselbank, Lampen und Geräte zur Butterherstellung. Die gusseisernen Ofenplatten aus einer Hirzenhainer Eisengießerei sind mit biblischen Motiven verziert.

Geologische und geographische Karten vom Hüttenberg hängen im Treppenhaus. Der Nebenraum ist als Hüttenberger Bauernstube gestaltet. Dort sind neben einem Himmelbett und einer Wiege etliche Bilder und weiteres Mobiliar, Geräte für die Jagd, ein Nachtwächterhorn und der Säbel eines früheren Polizeidieners zu sehen.

Im Obergeschoss steht die Sammlung Hüttenberger Trachten im Zentrum. Lebensgroße Figuren hinter neun großen Glasvitrinen zeigen Arbeitstrachten, Trachten für Festtage und für das Abendmahl sowie Trachten für die verschiedenen Trauerphasen. Kennzeichnend für die Gegend sind farbenprächtige Bänder und wertvolle Stickereien. Das Prunkstück der Sammlung bildet ein originales Hochzeitskleid aus dem 19. Jahrhundert mit Krone, Bändern, Schlüppen und weißer Schürze. In einem Nebenraum ist ein großer Webstuhl der Weberei Rühl aus Laubach aufgestellt, dort finden sich zudem Geräte zur Flachsverarbeitung.

Die Ausstellung beherbergt vier Ölgemälde. Das Älteste aus dem Jahr 1906 mit dem Titel »Gemälde mit Kuh« stammt von Ernst Eimer (1881-1960). Ein weiteres Gemälde zeigt ein Mädchen in Watzenborner Tracht, ein anderes von Wilhelm Großhaus eine Hüttenberger Braut (1939) und das jüngste von Karl Sümmerer eine alte Frau aus Leihgestern.

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