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Das Gelände an der Sudetenstraße liegt seit Jahrzehnten brach. Vor etwa einem Jahr wurden dort ohne Genehmigung Betonablagerungen deponiert. Diese sind inzwischen entfernt. Nun sollen dort vier Mehrfamilienhäuser entstehen.

100 neue Wohnungen und Gewerbe

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Linden (srs). Nach Protesten von Anwohnern haben die Investoren des Bauvorhabens in der Sudetenstraße in Linden ihr Vorhaben angepasst. Ein Grünstreifen, für dessen Erhalt sich Bürger vehement eingesetzt haben, bleibt erhalten. Vier geplante Doppelhäuser fallen weg, 100 statt der ursprünglich 70 Wohnungen sollen entstehen. Und ein Gewerbegrundstück soll nebenan errichtet werden. Politisch deutet sich eine Zustimmung für das 20 Millionen Euro teure Projekt an.

Eine Mehrheit befürwortete am Dienstagabend im Lindener Bauausschuss das Vorhaben. Abgeordnete der CDU, der FDP und der Freien Wähler votierten dafür. Nur die SPD sprach sich dagegen aus, die Grünen enthielten sich. Das Stadtparlament entscheidet am kommenden Dienstag darüber.

Rund 20 Millionen Euro wollen Investoren in das Bauprojekt auf einem seit mehreren Jahren brachliegenden Streifen zwischen Sudetenstraße und den Bahngleisen stecken. Architekt Felix Feldmann und Investor Daniel Beitlich von der Revikon GmbH haben das gemeinsam mit der Stadt anvisierte und nach den Bürgerprotesten angepasste Vorhaben auf einem 1,6 Hektar großen Areal am Dienstagabend vorgestellt. Die neuen Wohngebäude sollen in dem Bereich in Höhe der Ludwigstraße auf einer Länge von 275 Metern bis zum Bahnhof entstehen. Die Bebauung soll nun näher in Richtung der Gleise rücken, um den mit Bäumen und Büschen bewachsenen Grünstreifen zwischen der Straße und dem Areal des einstigen Güterbahnhofs zu erhalten.

Damit entfallen allerdings sieben geplante Doppelhäuser sowie ein Einfamilienhaus, in dem ein Kindergarten errichtet werden sollte. Auch die Kita-Pläne auf dem Gelände gehören somit der Vergangenheit an.

Tiefgarage geplant

Somit verbleiben vier Mehrfamilienhäuser, mit geschlossener Bebauung, um die Wohnungen möglichst stark vor dem Schall der Güterzüge zu schützen. Auf der Seite der Gleise soll viergeschossig gebaut werden, an der Sudetenstraße mit drei Stockwerken.

Neben der neuen Wohnbebauung planen die Investoren außerdem in Richtung zum Lückebachtal ein 1700 Quadratmeter großes Gewerbegrundstück. Dort solle sich ein mittelständisches Unternehmen mit Bürofläche ansiedeln können, sagte Architekt Feldmann.

Eine Tiefgarage ist geplant, auch in Anbindung zum Gewerbegrundstück. Ebenerdig sind drei Parkhöfe mit jeweils bis zu sechs Stellplätzen möglich.

Diskutiert werden dürfte unterdessen in den kommenden Monaten über die Frage, welche Art von bezahlbarem Wohnraum auf dem Areal entstehen soll. Denkbar sind den Investoren zufolge Sozialwohnungen oder auch eine gedeckelte Miete für einen Anteil der Wohnungen.

Die Gemeinde müsste für das Projekt eine 4500 Quadratmeter große Fläche an Revikon verkaufen. Kosten entstünden der Stadt im Rahmen des Projekts keine. Offen ist allerdings nun, ob der Grünstreifen in städtischer Hand bleibt oder an den Investor verkauft wird und wie die Pflege des Areals in Zukunft geregelt sein soll. "Wer immer die Pflege übernimmt: Wir sind bereit, der Grünfläche eine Grundpflege zu geben, Bänke aufzustellen und auch Bäume zu pflanzen", sagte Beitlich. Feldmann fügte hinzu: "Die Fläche wird grüner als sie heute ist."

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