Vor allem nach dem heftigem Konflikt rund um den Rücktritt Burckarts ist der Ausgang der Wahl offen.
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Vor allem nach dem heftigem Konflikt rund um den Rücktritt Burckarts ist der Ausgang der Wahl offen.

Vieles deutet auf Fabian Wedemann

Nach dem Abtritt von Ralf Burckart: Wer wird neuer Stadtverordnetenvorsteher in Linden?

  • vonStefan Schaal
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Es ist die erste Sitzung des Stadtparlaments in Linden nach dem Abtritt des Stadtverordnetenvorstehers Ralf Burckart: Wer wird am heutigen Dienstag sein Nachfolger?

Erstmals nach der Corona-Pause tritt am heutigen Dienstag wieder das Lindener Stadtparlament zusammen. Gleichzeitig ist es die erste Sitzung nach dem politischen Beben, nach dem Rücktritt des Stadtverordnetenvorstehers Ralf Burckart (CDU) Ende Februar.

"Kommunikator" und "Bindeglied zwischen den Fraktionen"

Vieles deutet darauf hin, dass der 30 Jahre alte Fabian Wedemann, bisher stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion, Burckart beerbt. Nach bisherigem Stand wird er der einzige Kandidat sein. Ob er allerdings eine Mehrheit findet, ist noch ungewiss, trotz der Zusage der Freien Wähler, seine Kandidatur zum großen Teil zu unterstützen.

Wedemann sitzt seit 2011 im Stadtparlament. Der Bankbetriebswirt leitet derzeit den Haupt- und Finanzausschuss. Wedemann hat in den vergangenen Tagen sämtliche Fraktionen besucht und sich vorgestellt - mit dem Ziel, eine breite Mehrheit zu gewinnen. Er wolle als "Kommunikator" und "Bindeglied zwischen den Fraktionen" dienen, sagte er.

Höchster Repräsentant nach dem Bürgermeister

"Es ist Tradition, dass die stärkste Fraktion auch den Stadtverordnetenvorsteher stellt", erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Frank Hille. Wedemann habe sich als offener und kompromissbereiter Kommunalpolitiker erwiesen, kenne Linden gut und habe ein sicheres Auftreten. "Nach dem Bürgermeister ist der Stadtverordnetenvorsteher der höchste Repräsentant der Stadt."

Nach dem Rücktritt Burckarts war immer wieder auch der Name von Gudrun Lang (SPD), der stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteherin, als mögliche Nachfolgerin gefallen. Sie soll allerdings, so heißt es, abgelehnt haben, zu kandidieren.

Überparteilichkeit gefragt

Vor allem nach dem heftigem Konflikt rund um den Rücktritt Burckarts ist der Ausgang der Wahl offen. Stoff für weitere Diskussionen ist zudem am selben Abend zu erwarten - wenn ausgerechnet das Thema auf der Tagesordnung steht, das zum Rücktritt des vorherigen Stadtverordnetenvorstehers geführt hat: 13 Wochen lang hatte Burckart einen Brief der Landrätin den Stadtverordneten verschwiegen. In dem Schreiben bittet Anita Schneider darum, ihr mitzuteilen, ob man vor dem Hintergrund der staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen Bürgermeister König (CDU) wegen des Anfangsverdachts der Untreue Anspruch auf Schadensersatz erhebe. 

Wer immer nun heute zu Beginn der Sitzung zum Stadtverordnetenvorsteher gewählt wird, muss dann Überparteilichkeit beweisen.

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