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Nach 44 Jahren ist für Joachim Pirr Schluss. FOTO: CON

"Mr. Sprechfunk" geht in Ruhestand

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Linden(con). Wenn Joachim Pirr aus Großen-Linden anfängt, über Funktechnik zu sprechen, hört man den Fachmann heraus: 44 Jahre lang war er als Kreisausbilder für den Sprechfunk bei den Feuerwehren tätig. Ein Lehrgang, den fast jeder Feuerwehrmann irgendwann besucht.

Am Sonntag endete nun sein letzter Ausbildungsblock: Mit dem Erreichen des 65. Lebensjahres schied Pirr aus dem aktiven Feuerwehrdienst aus und damit auch aus dem Ausbildungsdienst. Wenn auch nicht ganz freiwillig: "Ich muss ja zwangsweise aufhören", kommentierte er.

1972 machte Pirr im Alter von 18 Jahren sein Sprechfunkzeugnis, 1975 wurde er beim ersten Hessischen Lehrgang dieser Art Sprechfunkausbilder. Seitdem hat Pirr rund 2000 Feuerwehrleuten bei rund 75 Lehrgängen Wissen vermittelt. Wenn auch nicht allen Fällen erfolgreich. Aber das liegt an der Natur der Dinge. "Die Sprechfunkausbildung hat den Ruf, eine der schwersten im Feuerwehrdienst mit der höchsten Durchfallquote zu sein", sagte Pirr. "Aber anscheinend haben wir das so gut vermittelt, das nur wenige durchgefallen sind." Die Technik zieht sich auch durch seine berufliche Laufbahn: "Als Diplomingenieur der Nachrichtentechnik bin ich in der Materie einfach zu Hause."

Kreisbrandmeister Roland Kraus lobte den scheidenden Ausbilder. Gemeinsam mit Kreisbrandinspektor Mario Binsch verabschiedete er ihn aus dem Dienst: "Joachim Pirr hat es immer verstanden, mit seiner selbst angeschafften Technik praktisch zu demonstrieren, wie die Funktechnik im Einsatzfall läuft und auf was man achten muss." Ein bisschen sah das dann aus wie die Versuchsaufbauten im Physikunterricht.

Übrigens: Auch die anderen Kreisausbilder für Sprechfunktechnik haben bei Pirr zu großen Teilen ihr Handwerk erlernt.

Neben seiner Ausbildertätigkeit war Pirr immer für die Feuerwehr im Einsatz und gehörte Ende der 1980er Jahre zu einer Arbeitsgruppe, die die Funkkanäle im gesamten Kreisgebiet "ausleuchteten": "Wir mussten herausfinden, welche anderen Feuerwehren wir im Einsatzfall wo und auf welchen Kanälen stören würden", erklärte Pirr.

Neben der analogen Funktechnik stand in den letzten Jahren der Digitalfunk auf dem Ausbildungsplan. Pirrs Quell der Freunde in all den Ausbildungsjahren waren relativ einfach: "Ich habe einfach versucht, die Technik zu nutzen, wie sie da war, und adäquat einzusetzen. Und wenn die Bewertungen eines Lehrgangs dann gut ausfielen und die Ausbilder ihre Schüler überzeugen konnten, war das immer toll."

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