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Neues Restaurant in Linden

Linden: Restaurant "The Meat.ing" eröffnet mit besonderem Konzept

  • vonStefan Schaal
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Wer in Großen-Linden im Restaurant "The Meat.ing" ein Steak bestellt, erhält ein Stück rohes Fleisch an den Tisch. Die Gäste grillen selbst und entscheiden mit der Greifzange, ob sie ihr Fleisch englisch, medium rare oder durchgebraten essen wollen. Das Lokal öffnet an diesem Samstag.

In einer Vitrine hinter Glas liegt im Restaurant "The Meat.ing" in Großen-Linden das Essen aus. Gäste deuten auf Rib-Eye-Steaks, Lammkoteletts, Grillgemüse und Hühnchenbrust am Spieß, setzen sich danach an ihren Tisch - und erhalten einen Augenblick später das kalte rohe Stück Fleisch auf einem Holzbrett. In dem Lokal, das am heutigen Samstag erstmals öffnet, grillen die Besucher ihr Essen selbst.

Ein 75 Zentimeter langer und 50 Zentimeter breiter Grillrost aus Edelstahl ist mitten in der Tischplatte aus Marmor verbaut, darunter glimmen in einer Mulde zehn Liter zermahlene Kohle aus Haselnussschalen. Mit der Grillzange in der Hand entscheiden die Gäste selbst, ob sie ihr Steak englisch, medium rare oder well done essen wollen.

"Haselnuss raucht nicht", sagt Murat Polat, Inhaber des Lokals. "Bei Holzkohle könnte es Stichflammen geben." Polat läuft am gestrigen Freitagmorgen durch das 200 Quadratmeter große Restaurant an der Robert-Bosch--Straße und wischt kurz vor der Eröffnung nochmal mit einem Lappen über die Tische.

Der 50 Jahre alte Polat ist eigentlich Logistiker, war bisher hauptberuflich bei "HeidelbergCement" für die Lagerung von Fertigbetonteilen zuständig. Vor 20 Jahren hat er einmal in Wetzlar die Hähnchenbraterei betrieben. Für die SPD sitzt Polat im Kreistag in Wetzlar. Nun betreibt er gemeinsam mit seinem Sohn Altay, der in Frankfurt Automobilbusiness studiert, ein Restaurant, hat dafür eine sechsstellige Summe investiert.

Der 50 Jahre alte Murat Polat ist eigentlich Logistiker, nun wagt er in Linden mit einem Restaurant den Schritt in die Selbständigkeit. 

Neben Vater und Sohn sind drei Mitarbeiter und ein Praktikant in dem Restaurant tätig. Klar, räumt Polat ein, man spare sich Mitarbeiter, wenn die Gäste selbst das Fleisch zubereiten. "Aber mit den Beilagen wie Hummus und Dips machen wir das wett." Brandschutz sei ein wichtiges Thema, erklärt Polat außerdem. "Wir schulen die Mitarbeiter, speziell." Auch der Einbau zusätzlicher Filter sei möglich. Jeder Gast erhalte zu Beginn eine Einweisung. Besucher mit Kindern würden bewusst aufmerksam gemacht, auf die kleinen Gäste zu achten.

Anfangs kommt ein Mitarbeiter an den Tisch, öffnet den Grillrost und fährt mit einem Messer durch die Haselnussschalen, verteilt die Asche an den Rand. Jeden Morgen werde die Kohle neu aufgelegt, erklärt Polat. Sie halte 23 Stunden und benötige kein weiteres Anheizen. Mitarbeiter reiben den Grillrost außerdem mit Zwiebelhälften ein, damit das Fleisch später nicht hängen bleibt.

Futuristisch mutet das Lokal an, vor allem aufgrund der riesigen bronzefarbenen, mit Fiberglas beschichteten Abzugshauben über jedem der zehn Tische. Oben an der Decke führen 50 Zentimeter dicke Abluftrohre nach draußen. Der Motor, der die Abluft regelt, ist nicht zu hören. Vier weitere Tische sollen im Sommer draußen aufgebaut werden, sagt Polat. In einem Gasthaus in Istanbul sei er auf die Idee gekommen, ein solches Lokal hier zu etablieren.

Der Schritt in die Selbstständigkeit ist zweifellos ein Wagnis. Doch Polat wirkt gelassen. Ein "Erlebnisrestaurant" sei sein Ziel. "Die Menschen sollen beim Grillen, beim Zubereiten ihres Essens ins Gespräch kommen und nicht daran denken, auf ihr Handy zu blicken", sagt er. Tatsächlich erinnert ein Essen in dem Lindener Restaurant etwas an Raclette an Silvester. Die Besucher wenden ihr Fleisch, lachen, haben dabei allerdings auch immer wieder die Uhr im Blick, dass ihr Steak auch ja wirklich medium wird. Vorher hat ein Mitarbeiter die Gäste in die Zubereitung des Essens in dem Haus eingewiesen. Polats Sohn sagt: "Die Gäste sollen sich hier näher begegnen, deshalb nennen wir das Restaurant auch The Meat.ing."

Das Restaurant "The Meat.ing" in der Robert-Bosch-Straße 4 in Großen-Linden ist täglich von 12 bis 23 Uhr geöffnet. Inhaber Murat Polat rät zu Reservierungen insbesondere in den ersten Tagen nach der Eröffnung: www.themeating.eatbu.com.

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